Egon Rudolf Loew (auch Löw)

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Egon Loew
Image : WStLA

Données personnelles

Né:

30 décembre 1899, Wiener Neustadt

Décédé:

10 janvier 1971, Wien

Profession:

Kaufmann und Buchhalter

Adhésions

O5 (Autriche), Parti populaire autrichien, ÖVP Camaraderie des persécutés politiques et des confesseurs pour l'Autrich

Curriculum Vitae

Egon Rudolf Loew [auch Löw geschrieben] kommt in Wiener Neustadt als ehelicher Sohn des Manipulanten einer Rübenzuckerfabrik Liebermann Loew und seiner Gattin Franziska, geborene Rychtar, zur Welt. Seine Eltern sind beide 'confessionslos', wobei Liebermann Loew jüdischen und Franziska Rychtar christlichen Hintergrund hat. Egon Loew wird römisch-katholisch getauft.

Über Egon Loews Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben, er arbeitet später als Kaufmann. Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg heiratet er am 19. November 1919 in Maria Enzersdorf Stephanie Finoch. Die Ehe bleibt kinderlos, eine 'von Tisch und Bett' erfolgt am 22. Oktober 1930. 1931 tritt er aus der katholischen Kirche aus und heiratet am 20. September 1931 nach altkathoischen Ritus Gabriele Brunar. Die Ehe ist eine 'Dispensehe', also eine Ehe, die mit keiner standesamtlich abgeschlossenen Ehe einhergeht. Aus dieser Ehe entspringen zwei Kinder. Nach 1933 tritt er der Vaterländischen Front bei.

Am 1. September 1935 tritt Egon Loew als Buchhalter und Korrespondent in das Viehkommissionsgeschäft Landesmann & Gross in Wien III, St. Marx, ein. Neben der laufenden Buchhaltung erledigt er vertrauliche Aufträge und Arbeiten für die Landwirtschafts AG in Unterwaltersdorf, darunter Aufgaben im Zusammenhang mit Rübenlieferungen, Märkten und Milchkontrolle. Politisch betätigt er sich als Funktionär der Vaterländischen Front und als Mitglied des Schutzkorps.

Am 12. März 1938 erlebt Egon Loew, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Mischling I. Grades' bzw. ‘Halbjude’ gilt. Bereits am 16. März 1938 wird er aufgrund seiner politischen Betätigung von der Gestapo verhaftet und in der Haft schwer misshandelt. Am 6. April 1938 wird er aus der Haft entlassen.

Nachdem die Inhaber des Viehkommissionsgeschäfts Landesmann & Gross nach den ‘Nürnberger Rassengesetzen’ als Juden klassifiziert werden, wird ihr Geschäft liquidiert und Egon Loew verliert seine Stelle dort mit 31. Juli 1938. Um seine Frau und die beiden Kinder zu erhalten, arbeitet Loew anschließend zeitweise als Taxilenker im Unternehmen eines Bekannten. Die Familie muss mit einem wesentlich geringeren Einkommen auskommen.

Egon Loews erste Ehe wird am 9. August 1939 entgüldig geschieden, woraufhin er Gabriele Brunar im September 1930 auch standesamtlich heiratet. Vom 15. August 1939 bis zum 4. August 1941 leistet Loew Wehrdienst.

Am 8. September 1941 wird Loew ein zweites Mal aus politischen Gründen verhaftet. Ein genauer Haftgrund lässt sich nicht mehr eruieren. Er wird am 4. November 1941 aus der Haft und etwas später auch aus der Wehrmacht entlassen. Er findet Arbeit bei der Metallwarenfabrik J. Duchoslav und der für die Luftwaffe arbeitenden Firma Schremmer.

Ab dieser Zeit betätigt sich Egon Loew in der Widerstandsgruppe O5 (Österreich). Erhört ausländische Sender ab und gibt verschlüsselte Nachrichten weiter. Um weiterer Verfolgung zu entgehen, lebt er als 'U-Boot', also verborgen und auf wechselnde Unterkünfte angewiesen. Er sucht unter anderem im Semmeringgebiet Unterschlupf. Die Kinder dürfen zu Hause nicht zur Tür gehen und außerhalb der Familie nicht über ihren Vater sprechen. 1944 ziehen Gabriele Loew mit den Kindern nach Schottwien im Semmeringgebiet und leben dort unangemeldet bei einem Bauern. Am 2. Mai 1944 erhält Loew einen wirtschaftlichen Gestellungsbefehl, der ihn für den 12. Mai 1944 zur Organisation Todt einberuft. Diesem kommt er nicht nach.

Ab März 1945 lebt Egon Loew in Erd- und Felshöhlen, um einer Verhaftung durch die SS zu entgehen. Mit Hilfe einer Bescheinigung eines sowjetischen Frontoffiziers vom 25. April 1945 gelingt es ihm über die Hauptkampflinie in bereits von alliierten Truppen kontrolliertes Gebiet zu gelangen.

In dieser Zeit gab es für mich nur das Denken an heute und morgen, zum Schutze meiner Familie!!

Egon Loew am 12. März 1966 über die Zeit seines Lebens im Verborgenen

Die Befreiung Österreichs und Wiedererrichtung der Republik im April und Mai 1945 ermöglichen Loew die Rückkehr in ein öffentliches Berufs- und politisches Leben.

Lieux

Lieu de résidence:

 

Citations

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Matricula Online

Lehmann 1938 Häuserverzeichnis

Egon Loew (auch Löw)

Kaufmann und Buchhalter
* 30 décembre 1899
Wiener Neustadt
† 10 janvier 1971
Wien
Sous-marin, Responsabilité