Senatspräsident Dr. Alfred Löw

Données personnelles

Né:

23 juin 1870, Mistek

Décédé:

10 septembre 1942, KZ Theresienstadt

Profession:

Juge

Persécution:

KZ Theresienstadt 10.09.1942,
Ermordet nach dem 10.09.1942

Curriculum Vitae

Alfred Löw kommt in Mistek in Mähren [heute: Frýdek-Místek in Tschechien] als ehelicher Sohn des Likörfabrikanten und Realitätenbesitzers Hermann Löw und seiner Gattin Fanny, geborene Glesinger, zur Welt. Die kinderreiche jüdische Familie hat in Summe zehn Kinder. Nach der Volksschule besucht Alfred Löw das k.k. Staatsgymnasium in Troppau [heute: Opava], wo er 1888 maturiert. Im Anschluss inskribiert er Jus an der Universität Wien und wird am 1. Juli 1893 zum Doktor der Rechte promoviert.

Zwischen 1893 und 1894 absolviert Alfred Löw seine Gerichtspraxis und arbeitet im Anschluss bis 1898 als Konzipient bei einer Rechtsanwaltskanzlei. Am 1. Mai 1898 tritt er in den Staatsdienst als Richteramtsanwärter ein und wird 1903 zum Gerichtsadjunkt bestellt. Er wird Richter im Bezirksgericht Innere Stadt. In Wien wohnt er gemeinsam mit seinem Bruder, dem späteren Präsidenten der Finanzprokuratur, Rudolf Löw.

Am 24. Dezember 1913 wird Alfred Löw zum Richter des Handelsgerichts Wien im Rang eines Landesgerichtsrats ernannt. Am 1. Juli 1919, nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg, erfolgt seine Ernennung zum Oberlandesgerichtsrat und am 1. Mai 1924 zum Senatsvorsitzenden beim Handelsgericht Wien.

Alfred Löw wird am 14. Juli 1926 Rat am Oberlandesgericht Wien und schließlich am 15. März 1930 Vorsitzender Rat des Oberlandesgerichts Wien. Am 31. Dezember 1935 tritt er altersbedingt in den Ruhestand und erhält den Titel Senatspräsident.

Am 12. März 1938 erlebt Alfred Löw, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Volljude’ gilt.

Er lebt fortan zurückgezogen mit seinem Bruder in deren gemeinsamer Wohnung. Am 19. September 1941 wird mit der 'Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden' vom 1. September 1941 das verpflichtende Tragen eines gelben Davidsterns, dem von den Nationalsozialisten sogenannten 'Judenstern' eingeführt. Alfred Löw und sein Bruder werden in weiterer Folge in eine Sammelwohnung in der Weintraubengasse 19 im 2. Wiener Gemeindebezirk umgesiedelt und mit dem Transport Nr. 40 am 10. September 1942 in der KZ Theresienstadt deportiert. Dort wird Alfred Löw nach dem 10. September 1942 ermordet.

Drei weitere Geschwister werden in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ermordet und drei sterben versterben vor 1945 eines natürlichen Todes. Von den zehn Kindern von Hermann und Fanny Löw überleben lediglich drei das nationalsozialistische Regime.

Lieux

Lieu de résidence:

Lieu de décès:

KZ Theresienstadt (TÉREZIN, République tchèque)

Citations

Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)

Archiv der Universität Wien

Alfred Löw

Juge
* 23 juin 1870
Mistek
† 10 septembre 1942
KZ Theresienstadt
Camp de concentration, KZ Theresienstadt, Meurtre