Präsident Dr. Rudolf Löw

Données personnelles

Né:

8 octobre 1876, Mistek

Décédé:

10 septembre 1942, KZ Theresienstadt

Profession:

Präsident der Finanzprokuratur

Curriculum Vitae

Rudolf Löw kommt in Mistek in Mähren [heute: Frýdek-Místek in Tschechien] als ehelicher Sohn des Likörfabrikanten und Realitätenbesitzers Hermann Löw und seiner Gattin Fanny, geborene Glesinger, zur Welt. Die kinderreiche jüdische Familie hat in Summe zehn Kinder. Nach der Volksschule besucht Rudolf Löw das k.k. Staatsgymnasium in Troppau [heute: Opava], wo er 1894 maturiert. Im Anschluss inskribiert er Jus an der Universität Wien. Zwischen 1899 und 1900 absolviert er ein Einjährigen-Freiwilligen Jahr und rüstet als Leutnant der Reserve ab. Im gleichen Jahr wird er zum Doktor der Rechte promoviert.

Nach seiner Promotion absolviert er zwischen 1900 und 1901 die Gerichtspraxis und tritt am 16. Oktober 1901 seinen Dienst in der k.k. Finanzprokuratur an. Während des I. Weltkrieges dient er neun Monate in der Armee.

Als Beamter der Finanzprokuratur erlebt Rudolf Löw die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. 1923 avanciert er zum Vizepräsidenten der Finanzprokuratur und 1929 schließlich zu deren Präsidenten. In Wien wohnt er gemeinsam mit seinem Bruder, dem Senatspräsidenten des Oberlandesgerichts, Alfred Löw.

Politisch steht Rudolf Löw dem national-liberalen Lager nahe, tritt jedoch nach 1934 der Vaterländischen Front bei. Innerhalb der Finanzprokuratur dürfte er als Beamter allen politischen Lagern, auch den illegalen Nationalsozialisten gegenüber, eine äquidistante Position eingenommen haben.

Am 12. März 1938 erlebt Rudolf Löw, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen er als 'Volljude’ gilt.

Mit 30. April 1938 tritt Rudolf Löw in den Ruhestand und lebt fortan zurückgezogen mit seinem Bruder in deren gemeinsamer Wohnung. Am 19. September 1941 wird mit der 'Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden' vom 1. September 1941 das verpflichtende Tragen eines gelben Davidsterns, dem von den Nationalsozialisten sogenannten 'Judenstern' eingeführt. Rudolf Löw und sein Bruder werden in weiterer Folge in eine Sammelwohnung in der Weintraubengasse 19 im 2. Wiener Gemeindebezirk umgesiedelt und mit dem Transport Nr. 40 am 10. September 1942 in der KZ Theresienstadt deportiert. Dort wird Rudolf Löw nach dem 10. September 1942 ermordet.

Drei weitere Geschwister werden in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ermordet und drei sterben versterben vor 1945 eines natürlichen Todes. Von den zehn Kindern von Hermann und Fanny Löw überleben lediglich drei das nationalsozialistische Regime.

Lieux

Lieu de résidence:

Lieu de décès:

KZ Theresienstadt (TÉREZIN, République tchèque)

Citations

Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Archiv der Universität Wien

www.myheritage.com

Rudolf Löw

Präsident der Finanzprokuratur
* 8 octobre 1876
Mistek
† 10 septembre 1942
KZ Theresienstadt
Camp de concentration, KZ Theresienstadt, Meurtre