Dr. Karl Maria Anton Weinberger

Personalia

Born:

August 28, 1896, Mödling

Died:

September 21, 1981, Mödling

Profession:

Angestellter

Persecution:

Entlassung 01.06.1938,
Haft 23.06.1938 - 15.08.1938,
Haft 22.08.1944 - 11.10.1944

Memberships

Austrian People's Party, ÖVP Comradeship of the politically persecuted and confessors for Austria

Curriculum Vitae

Karl Maria Anton Weinberger kommt in Mödling als Sohn des Beamten im k.k. Handelsministerium Johann Weinberger und seiner Ehefrau Anna Maria, geborene Steinmann, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er das Gymnasium in Mödling, wo er wahrscheinlich 1914 maturiert. Wahrscheinlich nimmt er am I. Weltkrieg teil.

Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg, fängt Karl Weinberber in der Sparkasse Mödling zu arbeiten an. Im Sommersemester 1925 inskribiert er Jus an der Universität Wien und heiratet 1927 Emma Karoline, mit der er eine Familie gründet. 1929 wechselt er die Studienrichtung und studiert Staatswissenschaften. Nachdem er seine Dissertation zum Thema 'Der Kreidit der öffentlichen Pfandleihhäuser, seine wirtschaftliche und soziale Bedeutung' geschrieben hat, wird er am 19. Dezember 1932 zum Dr. rer. pol. promoviert.

Als Gegner des Nationalsozialismus engagiert er sich in der Vaterländischen Front im Mödling. Er stemmt sich gegen die Versuche der Nationalsozialisten, ihre Hand nach Österreich auszustrecken. In dieser Funktion erlebt er den Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 12. März 1938 und den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs.

Am 1. Juni 1938 wird Karl Weinberger fristlos aus der Sparkasse entlassen und am 23. Juni 1938 von der Gestapo wegen "staatsfeindlicher Umtriebe" verhaftet.

Drei Verhaftungen in Mödling

Mödling, 29. Juni. Die hiesige Polizei hat im Anschluss an Hausdurchsuchungen drei Systembonzen der “Vaterländischen Front”, nämlich Dr. Karl Bischof, Dr. Karl Weinberger und Professor Dr. Karl Gunz, wegen staatsfeindlicher Umtriebe verhaftet.

Das Kleine Blatt vom 30. Juni 1938

Karl Weinberger wird am 15. August 1938 aus der Haft entlassen. In Folge der Haft ist er monatelang arbeitsunfähig und findet auch danach keine Anstellung.

Am 14. Oktober 1939 wird Karl Weinberger in die Wehrmacht eingezogen, jedoch am 30. Mai 1942 als “wehrunwürdig” entlassen. Am Anschluss wird er am 22. Juni 1942 in die Flugzugmotorenwerke im Bezirk Mödling dienstverpflichtet.

Nach einer Hausdurchsuchung wird er am 22. August 1944 wegen Betriebsspionage und Hochverrat von der Gestapo abermals verhaftet, aber am 11. Oktober 1944 ohne Anklage wieder entlassen.

Danach wird er bis 28. Februar 1945 in der Reichs-Betriebskrankenkasse dienstverpflichtet. Um einer abermaligen Verhaftung zu entgehen, meldet er sich freiwillig zur Wehrmacht, gerät in Kriegsgefangenschaft und kehrt im September 1945 wieder heim.

Am 1. Dezember 1945 fängt er wieder in der Sparkasse der Stadt Mödling zu arbeiten an. Er bleibt dort bis zur Pension.

Karl Weinbacher verstirbt 85-jährig in Mödling.

Places

Residence:

 

Citations

Landesarchiv NÖ

Karl Weinberger

Angestellter
* August 28, 1896
Mödling
† September 21, 1981
Mödling
Dismissal, Detention