Helmut Karl (Isidor) Leidwein

Personalia
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Curriculum Vitae
Isidor Karl Leidwein kommt in Stillfried an der March als ehelicher Sohn des Kaufmanns Karl Leidwein und seiner Gattin Josephine, geborene Pansauer, zur Welt. Sein Vater gehört einer in Stillfried ansässigen Familie von Wirtschaftsbesitzern und Kaufleuten an, ist einer der Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stillfried und um 1917 Bürgermeister des Ortes. Über Isidor Lendweins Kindheit und Jugend ist nichts erhalten geblieben.
Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg, beginnt Isidor Leidwein als Journalist bei unterschiedlichen Zeitungen zu arbeiten. Er zeigt darüberhinaus verstärkt Interesse an der Geschichte und Archäologie seiner Heimat. 1932 übergibt er dem Museum in Stillfried eine frühbronzezeitliche Henkeltasse aus Dürnkrut.
Am 24. September 1931 heiratet Isidor Leidwein Maria Schmied und wird in weiterer Folge Vater eines Sohnes. Die Ehe wird am 3. Dezember 1940 geschieden. Isidor Lendwein steht dem Nationalsozialismus absolut ablehnend gegenüber.
Am 12. März 1938 erlebt Helmut Leidwein mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Auch im Besetzen Österreich arbeitet er als Journalist. Am 7. Februar 1939 ändert er seinen Vornamen von 'Isidor' auf 'Helmut'.
Nachdem Helmut Leidwein in einer Runde das nationalsozialistische System als Polizeistaat und die Geldsammlungen und die Winterhilfssammlungen als 'größten Volksbetrug' bezeichnet, wird er am 21. Oktober 1943 von der Gestapo verhaftet. Das Verfahren wird zunächst wegen 'Wehrkraftzersetzung' geführt. Vor dem Gericht kommt es am 21. Juni 1944 jedoch nicht zu einer Verurteilung wegen 'Wehrkraftzersetzung': Helmut Leidwein wird vielmehr wegen 'heimtückischer Äußerungen nach § 2 des Heimtückegesetzes' zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Sieben Monate und drei Wochen der Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet, weshalb er am 31. Oktober 1944 aus der Haft entlassen wird.
In Freiheit erlebt Helmut Leidwein die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Auch im freien Österreich arbeitet er als Journalist, zieht aber nach Wien. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Helmut Leidwein tritt auch als Schriftsteller und Heimatkundler hervor. 1959 erscheint im Europäischen Verlag in Wien sein Band 'Erlauschtes und Vertauschtes', in dem er Geschichten, Erinnerungen und dörfliche Impressionen verarbeitet. Von ihm stammt außerdem der Text des Stillfrieder Heimatliedes 'Hoch am Berg, …'. Für die Stillfrieder Theatergruppe verfasst er das Stück 'Georgikirtag', das den großen Brand von Stillfried im Jahr 1856 aufgreift.
In geht Helmut Leidwein in Pension und verstirbt mit 79 Jahren.
Places
Residence:
Citations
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Festschrift: Freiwillige Feuerwehr Stillfried-Grub, Festschrift „125 Jahre“
Gemeindezeitung Ebenthal 1/2021
Chronik Stillfried-Grub
Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, 1978
Museen Niederösterreich unter https://www.noemuseen.at/dipkatalognoemuseen/objekt-detail/catalog/henkeltasse-139581/
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