Generalmajor Arthur Zar

Персональные данные
Родился:
Умер:
Профессия:
Преследование:
Haft 14.03.1938 - 02.04.1938,
KZ Dachau 02.04.1938 - 09.05.1938,
Entlassung 27.01.1939
Номер концлагеря:
Биография
Arthur Zar kommt in kommt in Lussin-Piccolo in Istrien in Kroatien als ehelicher Sohn Dozenten an der nautischen Schule in Ragusa Nikolaus Zar und seiner Gattin Pauline, geborene Scopinich, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er die Unterstufe am Gymnasium in Graz und wechselt im Anschluss an die Pionierkadettenschule in Hainburg. Nach der Matura tritt er 1902 in das Pionierbataillon 13 ein. 1903 erfolgt seine Ernennung zum Leutnant und 1909 zum Oberleutnant. 1914 heiratet er Maria Oppelt. Er nimmt am Ersten Weltkrieg teil und wird 1915 zum Hauptmann im Pionierbataillon 4 befördert. Als Kommandant der Ersten Kompanie im Pionierbataillon 4 und der Flussflottille der 4. Armee beim Pionierbataillon 4 wird er an unterschiedlichen Fronten eingesetzt.
Im November 1918 erlebt Arthur Zar die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Seine 1918 geborene Tochter verstirbt nach drei Monaten. Er wird in das neue österreichische Bundesheer übernommen, am 1. Jänner 1920 zum Major ernannt und Materialreferent im Bundesministerium für Landesverteidigung. 1923 wird er Oberstleutnant und schließlich 1930 Oberst als Pioniertruppeninspektor im Heeresinspektorat und zugeteilter Offizier beim Kommando der vereinigten Brückenzüge. Im 1934 nimmt er an der Niederschlagung des sozialistischen Februaraufstandes teil. Am 23. Jänner 1935 erfolgt seine Ernennung zum Generalmajor und gleichzeitige Ruhestandsversetzung.
Nach seiner Ruhestandsversetzung beim Bundesheer wird Arthur Zar Fachreferent für Feuerlösch- und Luftschutzwesen beim Magistrat der Stadt Wien. Der Wiener Bürgermeister Richard Schmitz ist sein persönlich enger Freund. Der patriotische Österreicher steht dem Nationalsozialismus strikt ablehnend gegenüber.

Beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 versuchen Nationalsozialisten das Wiener Rathaus zu besetzen. Der erfahrende Soldat schafft es kurzfristig, den nationalsozialistischen Versuch, in das Rathaus einzudringen, abzuwehren. Daraufhin wird er am 14. März 1938 von der Gestapo verhaftet und mit dem sogenannten 'Prominententransport' in das KZ Dachau deportiert.
Herr Generalmajor Arthur Zar war mein unmittelbarer Vorgesetzter im Rathaus und hat in der Zeit des Umsturzes im Jahre 1938 bis zuletzt unter großen Gefahren im Rathaus ausgehalten.
Sämtliche oberste Beamte hatten das Haus verlassen und es war niemand mehr da, der das Rathaus vor dem Eindringen des vor dem Hause versammelten Pöbels hatte bewahren können. Die Rathauswache stand damals unter seinem unmittelbaren Befehl und erfüllte ihre Pflicht bis zur Besetzung durch die Polizei. Hiebei tat sich Herr General besonders als treuer Österreicher hervor, indem er der Übermacht der bereits eingedrungenen Nazigrößen standhielt und es beinahe zu einem Handgemenge zwischen ihm und einem eingedrungenen Nazibonzen, dem späteren Bürgermeister Neubacher kam, der ihm ob seiner treuen Haltung vorwürfe machte, welche sich Zar nicht gefallen ließ.
Ich erkläre, dass Herr General Arthur Zar in seiner Eigenschaft als Fachreferent für Feuerlösch- und Luftschutzwesen der Stadt Wien sowie als Inspizierender der Rathauswache jederzeit in Wort und Tat dür die Freiheit und Unabhängigkeit der Republik Österreich eingetreten ist. Dies gilt insbesondere für die kritischen Stunden und Tage, als die gewalttätige Machtergreifung durch den Nationalsozialismus das bekanntlich bis zum letzten Augenblick Widerstand leistende Rathaus in besonderer Weise gefährdete. Herr General hat trotz der bedrohlichen Demonstration nationalsozialistischer Verbände vor dem Rathaus die Verteidigungsstellungen der Rathauswache geleitet und wiederholt inspiziert und für die moralische und materielle Schlagkraft dieser kleinen Truppe das Möglichste getan. Dadurch verhinderte er, dass die Nationalsozialisten in das Rathaus eindringen konnten und hat er mir ermöglicht, noch in der Nacht von Freitag, den 11. März 1938 auf Samstag, den 12. März 1938 die an mich gerichtete Zumutung der von einem Polizeikommissär geführten Abordnung der NSDAP energisch abzuweisen.
Im KZ Dachau leidet der bereits Herzschwache Arthur Zar derart, dass er am 9. Mai 1938 aus gesundheitlichen Gründen entlassen wird. Unmittelbar nach seinem Eintreffen in Wien erleidet er einen Herzinfarkt, der nur aufgrund des Umstandes, dass sein behandelnder Hausarzt zu stelle ist, nicht tödlich endet. Seine Gesundheit hat jedoch schwer gelitten. Arthur Zar zieht in weiterer Folge mit seiner Ehefrau nach Zell an der Ybbs in Niederösterreich.
In Zell an der Ybbs erlebt Arthur Zar die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Trotz seiner schweren Herzerkrankung übernimmt er die Leitung bzw. provisorische Verwaltung der Gemeinde Zell an der Ybbs, bis nach den ersten freien Wahlen.
Aufgrund er Aufregung und des Einsatzes verschlimmert sich ab November 1946 seine Herzschwäche. Er verstirbt mit 64 Jahren in Zell an der Ybbs.
Seine Ehefrau Maria Zar tritt nach der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Sie überlebt ihren Ehemann um 12 Jahre.
Места
Место проживания:
Преследование:
Цитаты
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Frech, Christian/Pichler, Markus/Steiner, Peter/Vlachos, Iakovos (2021): Österreichs Generäle 1919-1955. Die Generäle der 1. Republik und des Bundesstaates bis zur 2. Republik 1955. Q-Z (Wien) S. 617/618.
Kuretsidis-Haider, Claudia/Leo, Rudolf (2019): "dachbaureif". Der Österreichertransport aus Wien in das KZ Dachau am 1. April 1938. Biografische Skizzen der Opfer (Wien) S. 294.
