Universitätsprofessor Dr. Wilhelm Koppers SVD

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Wilhelm Koppers
Изображение: WStLA

Персональные данные

Родился:

8 февраля 1886 г., Мензелене

Умер:

23 января 1961 г., Вена

Профессия:

Priester und Universitätsprofessor

Преследование:

Entlassung 22.04.1938,
Flucht 17.06.1938

Членства

Австрийская народная партия, ÖVP Товарищество политически преследуемых и исповедников за Австрию

Биография

Wilhelm Koppers kommt in Nordrhein-Westfalen in Deutschland als ehelicher Sohn des Taglöhners Wilhelm Koppers und seiner Gattin Christina, geborene Bienemann, zur Welt. Nach der Volksschule erhält er 1899 Privatunterricht in Latein und Französisch, bevor er 1901 mit 15 Jahren ins Missionshaus der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) in Steyl bei Venlo in den Niederlanden eintritt und im ordenseigenem Gymnasium maturiert. Danach setzt er seine Ausbildung im Missionshaus St. Gabriel bei Mödling in Niederösterreich fort und wird 1911 zum Priester geweiht. Im Anschluss studiert er für ein Jahr am Päpstlichen Collegium Angelicum sowie am Bibelinstitut in Rom. Ab 1913 gehört er der Redaktion der ethnologisch-linguistischen Zeitschrift 'Anthropos' an und studiert von 1914 bis 1917 an der Universität Wien Anthropologie und Ethnographie bei Rudolf Pöch, Indologie bei Leopold von Schroeder und Allgemeine Sprachwissenschaft bei Paul Kretschmer. Im Juni 1917 wird er bei Rudolf Pöch mit der Dissertation 'Die ethnologische Wirtschaftsforschung. Eine historisch-kritische Studie' zum Dr. phil. promoviert.

Seine erste Forschungsreise führt Wilhelm Koppers 1921/22 nach Feuerland, wo er und sein Mitbruder Martin Gusinde SVD bei den Yámana (auch Yagan) an einer Jugendweihe sowie an einer Zeremonie für erwachsene Männer teilnehmen und als erste Europäer in diesen indigenen Volksstamm aufgenommen werden. Die Publikation der Forschungsergebnisse, v.a. die Einblicke in das Geistesleben der Yámana, machen ihn und Martin Gusinde als Ethnologen schlagartig international bekannt. 1924 habilitiert er sich an der Universität Wien mit einem wirtschaftsethnologischen Thema, nimmt noch im selben Jahr die österreichische Staatsbürgerschaft an und wird 1928 zum außerordentlichen Professor für Völkerkunde ernannt.

Als 1929 an der Universität Wien das Institut für Völkerkunde gegründet wird, übernimmt Wilhelm Koppers dessen Leitung und erhält Anfang 1935 eine ordentliche Professur. Er formt das Institut zu einem der bedeutendsten Zentren der Ethnologie in Europa, an dem bis 1938 u.a. die späteren Professoren Clyde Kluckhohn, Masao Oka, Douglas L. Oliver und Helmut Petri studieren. Er zählt zu den Initiatoren des ersten internationalen Kongresses für Anthropologie und Ethnologie 1934 in London, gehört dessen Conseil permanent an und ist von 1934 bis 1961 einer der Vizepräsidenten der International Union of Anthropological and Ethnological Sciences.

Koppers ist Angehöriger des Missionshauses bei Mödling. Bei einer Hausdurchsuchung nach dem Umbruch wurde dort politisch (legitimistisch) und auch sittlich (pornographisch) schwer belastendes Material gefunden, das auf den Geist, der dort bei den Missionaren herrscht, ein grelles Licht wirft.

Koppers selbst ist ein abstrakter Wissenschaftler, dessen Lehre von den Fachleuten seines Faches (Völkerkunde) vielfach abgelehnt wird.

Charakterlich ist Koppers ein höchst unsympathischer intrigant, dem alle Nationalen wegen seiner Verbindungen zur Regierung mit größtem Mißtrauen begegneten. Seine antideutsche Einstellung ist allgemein bekannt und wirkte sich auch auf seine Wissenschaft aus (Antideutsche Völkerkunde).

Gaupersonalamt vom 18. September 1938

Am 17. Juni 1938 nutzt Wilhelm Koppers eine Reise in das Ordenskolleg in Rom zur Flucht. Dort bekommt er die Möglichkeit, eine mehrmonatige Forschungsreise nach Indien, mit Studienaufenthalten in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien zu machen. Die Rockefeller Foudation (RF) finanziert diese Forschungsreise. Von London aus reist er am 1. Oktober 1938 mit der SS California nach Bombay und erreicht sein Ziel am 21. Oktober. 1938.

Mit Ausbruch des II. Weltkrieges am 1. September 1939 werden alle männlichen deutschen Staatsbürger interniert. Wilhelm Koppers wird am 17. September 1939 in das 'Central Internment Camp Ahmednagar' eingewiesen, aber bereits am 17. Oktober 1939 entlassen. Am 18. Dezember 1939 reist er mit dem Schiff nach Rom und von dort im Jänner 1940 nach Froideville in der Schweiz, wo er am Anthropos-Institut sein Feldforschungsmaterial aus Zentralindien auswertet und veröffentlicht.

In der Schweiz erlebt Wilhelm Koppers die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Bereits im Juli 1945 erreicht ihn die Nachricht, dass er wieder als Universitätsprofessor eingesetzt wurde. Er kehrt nach Wien zurück und nimmt am 17. Dezember 1945 wieder seinen Lehrstuhl und die Leitung des Instituts für Völkerkunde wieder auf.

Wilhelm Koppers tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

1949 veröffentlicht Wilhelm Koppers mit 'Der Urmensch und seine Weltanschauung' seine bedeutendste Monografie. Das Werk verbindet Ergebnisse von seinen Feldforschungen mit Fragen des menschlichen Ursprungs und des Urmonotheismus. Die Bedeutung des Buchs, das in fünf Sprachen übersetzt wird, liegt in dem theologisch geprägten Ansatz, den Menschen als von Anfang an mit Religion, Sprache und Kultur ausgestattet anzusehen. Aufbauend auf den biologischen Ansätzen Adolf Portmanns lehnt er den radikalen Darwinismus ebenso ab wie Lucien Lévy-Bruhls Theorie des 'prälogischen Denkens' beim Urmenschen.

Wilhelm Koppers emeritiert 1957, arbeitet aber auch danach noch am Institut mit. Er verstirbt mit 74 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof des Missionshauses St. Gabriel in Maria Enzersdorf bei Wien.

Wilhelm Koppers tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

1949 veröffentlicht Wilhelm Koppers mit 'Der Urmensch und seine Weltanschauung' seine bedeutendste Monografie. Das Werk verbindet Ergebnisse von seinen Feldforschungen mit Fragen des menschlichen Ursprungs und des Urmonotheismus. Die Bedeutung des Buchs, das in fünf Sprachen übersetzt wird, liegt in dem theologisch geprägten Ansatz, den Menschen als von Anfang an mit Religion, Sprache und Kultur ausgestattet anzusehen. Aufbauend auf den biologischen Ansätzen Adolf Portmanns lehnt er den radikalen Darwinismus ebenso ab wie Lucien Lévy-Bruhls Theorie des 'prälogischen Denkens' beim Urmenschen.

Wilhelm Koppers (sitzend) am Institut für Völkerkunde in der Neuen Hofburg 1953
Wilhelm Koppers (sitzend) am Institut für Völkerkunde in der Neuen Hofburg 1953
Изображение: Rohrbacher, Völkerkunde zur NS-Zeit, S. 1517

Wilhelm Koppers emeritiert 1957, arbeitet aber auch danach noch am Institut mit. Er verstirbt mit 74 Jahren in Wien und findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof des Missionshauses St. Gabriel in Maria Enzersdorf bei Wien.

Места

Место проживания:

Цитаты

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Rohrbacher, Peter (2022): Völkerkunde zur NS-Zeit aus Wien (1938-1945). Band III. Pater Wilhelm Koppers’ Exilzeit 1938–1945 (Wien) S. 1489-1529.

Deutsche Biographie unter www.deutsche-biographie.de/gnd116339012.html#dbocontent

Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Koppers

Biographische Datenbank von Utz Maas unter zflprojekte.de/sprachforscher-im-exil/index.php

Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche

Wilhelm Koppers SVD

Priester und Universitätsprofessor
* 8 февраля 1886 г.
Мензелене
† 23 января 1961 г.
Вена
увольнение, Побег