Franziska Hortsch (geb. Habich)

Персональные данные
Родился:
Умер:
Профессия:
Преследование:
Haft 30.12.1939 - 04.11.1940
Членства
Биография
Franziska Habich kommt in Wien als uneheliche Tochter des Wagnermeisters Rudolf Habich und Franziska Voska zur Welt. Ein Jahr nach ihrer Geburt heiraten ihre Eltern. Nach der Volksschule besucht sie die Bürgerschule und unterstützt ihre Eltern anschließend in deren Haushalt. 1916 heiratet sie den Eisenwarenhändler Friedrich Hortsch.
Im November 1918 erlebt Franziska Hortsch die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. 1923 kommt ihre Tochter Lieselotte zur Welt.
Die gläubige Katholikin und patriotische Österreicherin tritt 1934 der Vaterländischen Front bei, ist aber in dieser Zeit politisch nicht sehr aktiv.
Hortsch Franziska verkehrte in der Verbotszeit mit Juden und war gegnerisch eingestellt. Sie stellte das bereits bei der Volksabstimmung unter Beweis und ging erst nach dreimaliger Aufforderung des Hausvertrauensmannes Richard Imme zur Wahl. Sie ist eine fanatische Anhängerin des politischen Katholizismus, besucht Pfarrversammlungen, besonders die in der inzwischen gesperrten Kapelle in der Bossigasse und schickt dem Pfarrer Hofbauer, die bei seinen Predigten die Grenze des Erlaubten oft überschritten hatte, Blumen. Ihr Gruss ist ostentativ: "Grüß Gott!". Nach dem Umbruch war sie kurze Zeit wegen staatsfeindlicher Äusserungen eingesperrt. Ihre Tochter ist ebenfalls klerikal eingestellt. Sie soll angeblich jüdisch versippt sein. Ihre Spendenbeteiligung vor ihrer Verhaftung war nochmal, nach der Haftentlassung bekommt sie der Blockleiter nicht zu Gesicht. Ihre wirtschaftliche Lage ist gut, da ihr Ehegatte Eisengroßhändler ist. Frau Franziska Hortsch ist sowohl in politischer als in charakterlicher Hinsicht nicht als unbedenklich zu bezeichnen.
Ein gewisser Viktor Swoboda arbeitet bei der Internationalen Schlafwagengesellschaft und ist beruflich oftmals in Paris. Wenn er in Wien ist, kann er Quartier bei Helene Bunzmann, einer Freundin von Franziska Hortsch, beziehen. Aus Paris nimmt er laufend die dort erscheinende Emigrantenzeitschrift ‘Österreichische Post’, schweizerische Zeitungen wie die ‘Basler Rundschau’ und die ‘Zürcher Zeitung’ sowie Flugblätter legitimistischen Inhalts mit. Ebenso nimmt er das Werk ‘Der Griff nach Österreich’ mit, welches als Exilliteratur in Paris erschient und im Dritten Reich verboten ist.
Gemeinsam mit ihren Freunden Georg Klein, Helene Bunzmann, Eva Friedländer und Charlotte Adlitzer verteilt Franziska Hortsch am März 1939 die erhaltenen Schriften und Literatur an Bekannte. Zu Ostern 1939 trennt sich ihr Ehemann von ihr, sie lassen sich aber nicht scheiden.
Die Aktivitäten der Gruppe bleiben von der Gestapo nicht unbemerkt und Franziska Hortsch wird am 30. Dezember 1939 von der Gestapo verhaftet. In einem Prozess vor dem Sondergericht wird sie am 4. Dezember 1940 zu sechs Monaten Haft wegen 'Heimtücke' verurteilt. Nachdem die Untersuchungshaft angerechnet wird, gilt die Haft als verbüßt.
Franziska Hortsch lebt danach weiterhin im 13. Wiener Gemeindebezirk mit ihrer Tochter und führt den Haushalt.
In Wien erlebt Franziska Hortsch die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Sie tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Franziska Hortsch verstirbt mit 88 Jahren und findet ihre letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien Ober St. Veit.

Места
Место проживания:
Цитаты
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Matricula Online
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
