Felix Gredler

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רדיפה:
Haft 27.09.1940 - 16.08.1941,
KZ Dachau 16.08.1941 - 26.06.1942,
Ermordet am 26.06.1942
מספר במחנה ריכוז:
קורות חיים
Felix Gredler wird als Sohn der Bauern Simon Gredler und Katharina, geborene Samer, in Mayrhofen im Zillertal geboren. Nach der Volksschule besucht er das Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum in Salzburg und tritt, nach der Matura das Priesterseminar in der gleichen Stadt ein. 1915 wird er schließlich zum Priester geweiht und 1916 Kooperator (Kaplan) in St. Veit im Pongau. Nach einer zweijährigen Beurlaubung in München wird er 1924 Kaplan in Schoich, 1926 in Langkampfen und schließlich 1928 in Kufstein-Zell. Zwischen 1929 und 1934 ist er Pfarrer in Hüttau und wird 1924 Pfarrer in Altenmarkt.
Zur Pfarre Altenmarkt gehört auch ein landwirtschaftlicher Betrieb, der Dechanthof, mit 140 Hektar Grundbesitz. Felix Gredler investiert 1935 14.000 Schilling in Vieh, Maschinen, Geräte und Werkzeug baut den Dechanthof zu einem florierenden Betrieb aus.
In dieser Position erlebt Felix Gredler den Untergang Österreichs durch die Okkupation durch das Dritte Reich im März 1938. Dem nationalsozialistischen Bürgermeister Hans Weitgasser jun. und dem NSDAP-Ortsgruppenleiter Roman Weinstabl ist der wirtschaftlich erfolgreiche Pfarrer jedoch ein Dorn im Auge.
Mit Kriegsbeginn tritt mit der Kriegswirtschaftsverordnung vom 4. September 1939 eine neue Marktordnung in Kraft, die u.a. besagt, dass Überschussprodukte landwirtschaftlicher Betriebe in örtlichen Sammelstellen abgeliefert werden müssen. Demnach muss Überschussmilch zu Butter verarbeitet und abgegeben werden. Das Kontingent legt der Bürgermeisters fest.
Obwohl es bis zum Herbst 1940 keine Beanstandungen betreffend der Lieferung von Überschussbutter gibt, wird Felix Gredler am 27. September 1940 unter dem Vorwand, er habe zu wenig Butter abgeliefert von zwei Gestapo-Leuten verhaftet und in das Gefängnis des Amtsgerichts Radstadt eingeliefert. Parallel dazu werden die Familienmitglieder und Mitarbeiter des Dechanthofs ergebnislos von der Gestapo verhört.
Felix Gredler wird in das Landesgericht Salzburg überstellt, wo ihm am 5. Februar 1941 der Prozess vor dem Sondergericht, wegen Vergehens nach § 1 Abs. 1 der Kriegswirtschaftsverordnung gemacht wird. Der nationalsozialistische Bürgermeister Hans Weitgasser jun. sagt in diesem Prozess gegen den Pfarrer aus. Obwohl der Version des Bürgermeisters nicht geglaubt wird, erhält Felix Gredler eine Strafe von sieben Monaten.
Die Tat erscheint deshalb in milderem Lichte, weil der im selben Dorfe wohnhafte Bürgermeister und Inhaber der Fettsammelstelle selbst angibt, dass er insoferne einen Fehler gemacht habe, als er nicht von dem Angeklagten die Ablieferung einer größeren Buttermenge verlangt habe, obwohl ihm die wirtschaftliche Lage des Angeklagten bekannt war. Das Gericht hat außerdem den Eindruck, als ob man absichtlich zuwartete und den Angeklagten schuldig werden ließ. […] Bei der Strafbemessung wurde als mildernd die Unbescholtenheit, der gute bürgerliche und politische Leumund, als erschwerend die Fortsetzung der Tat durch längere Zeit und das schlechte Beispiel, das er als Pfarrer seiner Gemeinde gab, gewertet.
Die Gestapo, der Bürgermeister und der NSDAP-Ortsgruppenleiter sind mit diesem Urteil nicht zufrieden und möchten Felix Gredler zu Fall bringen und Zugriff auf den Dechanthof erhalten.
Ich habe oft bei Gericht interveniert. Er [Gredler] wurde – ich möchte sagen – aus einem gewissen Wohlverhalten des Landesgerichts verurteilt, um ihn vor der Gestapo zu retten, was aber nicht gelang. Seine Gegner im Ort wollten ihn unbedingt weghaben.
Am 17. März 1941, etwa einen Monat vor der geplanten Entlassung beschlagnahmt die Gestapo schließlich im Beisein des Bürgermeisters Hans Weitgasser jun. das Vermögen Felix Gredlers. Der Dechanthof muss in Treuhand übergeben und verpachtet werden. Die NSDAP bemächtigt sich des Pfarrgebäudes, in dem das Gemeindeamt und NS-Organisationen, wie die Hitler-Jugend untergebracht werden. Ein Pfarrangestellter wird in eine Strafkompanie eingezogen und selbst der NS-Ortsbauernführer, der die Integrität des Pfarrers verteidigt hatte, wird seiner Ämter enthoben, eingezogen und gilt als vermisst. Dem Pfarrer war somit die Wirtschaft geraubt worden.
Offiziell sollte Felix Gredler am 27. April 1941 entlassen werden. Als seine Geschwister Theresia, Maria und Josef ihren Bruder am Tag der Entlassung abholen wollen, wird ihnen mitgeteilt, dass Felix Gredler von der Gestapo ins Innsbrucker Polizeigefängnis überstellt wurde. Am 16. August 1941 wird er schließlich in das KZ Dachau deportiert.
Am 14. Juni 1942 hört seine Familie ein letztes Mal durch eine Brief von ihm.
Liebe Mutter!
Herzlichen Dank für Euren lieben Brief vom 7.6., den ich am 9.d. in Gesundheit erhalten habe. Eure Mitteilungen haben mich sehr interessiert. Ist der Kirchen-Chor stark und gut, auch die Männerstimmen? Die vier Gefallenen habe ich alle gekannt. Ich will für sie beten und opfern. Wie viel sind es jetzt in der Pfarrgemeinde? Kreuzeder wird es wissen. Den Mooslechner und die Grabenmutter werde ich nicht vergessen. Wo sind denn die Mooslechner und die Grabener? Angebaut wurde so ziemlich in der alten Weise. Hoffentlich gedeiht alles gut. Am Fronleichnam-Sonntag habe [ich] die Gedanken immer wieder bei Euch daheim gehabt. Zum Schreiben habe ich nichts mehr und dazu noch eine schlechte Feder und Tinte.
Herzlichste Grüße an alle Bekannte, die H. Mitbrüder und Moidal u. alle im Felde.
Felix
Felix Gredler leidet im KZ Dachau wie alle anderen an Kälte, Nässe, Hunger, Fieber, Zwangsarbeit und Schlägen. Obwohl schwer erkrankt, wird er erst sehr spät in die Krankenbaracke aufgenommen. Der spätere Erzbischof von Prag, Josef Beran, erteilt im dort das Sterbesakrament.
Felix Gredler verstirbt am 26. Juni 1942 um 2:30 Uhr morgens, offiziell an Bauchwassersucht. Seine Schwester Maria Gredler und seine Mutter werden informiert, dass sie die Leiche innerhalb von 24 Stunden besuchen müssen, da diese danach eingeäschert werde. Sofort reisen sie nach Dachau zu dem verstorbenen.
Die Leiche meines Bruders befand sich in einem Sarg für einen 14jährigen Buben. Die Leiche war bis zum Kopfe zugedeckt und wie konnten nur die rechte Gesichtsseite sehen. Das Gesicht war sehr abgemagert, in der Halsgegend blaue und rote Flecken, am Hinterhaupt eine zweifaustgroße Beule, keine Zähne, obzwar mein Bruder, wie ich erfuhr, bis einen Tag vor seinem Tode die ganzen Zähne [mit Goldplomben] hatte. Meine Mutter liess sich die Behauptung nicht nehmen, dass uns nur der Kopf meines Bruders gezeigt wurde und sein Körper überhaupt fehlte. Ein Abdecken der Leiche war uns nicht gestattet. Richtig ist, dass die Leiche meines Bruders, selbst wenn dieser zum Skelett abgemagert ist, in dem kleinen Trücherl (Sarg) nicht Platz gehabt hätte.
Die Leiche wird in Dachau verbrannt und die Urne in der Priestergruft auf dem Salzburger Kommunalfriedhof beigesetzt. 1966 wird sie schließlich in das Familiengrab in Mayrhofen umgebettet.
מקומות
מקום פעילות:
מקום פטירה:
הוקרה:
ציטוטים
- Mikrut, Jan (2000): Blutzeugen des Glaubens. Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Band 3 (Wien), ע' 209–220.
