Georg Vinzenz Karl Drah

Données personnelles

Né:

20 janvier 1894, Vienne

Décédé:

11 septembre 1967, Vienne

Profession:

Employé de banque

Persécution:

Haft 26.07.1940 - 21.09.1940,
Haft 25.08.1943 - 23.12.1943

Distinctions:

Silberne Militär-Verdienstmedaille

Adhésions

Parti populaire autrichien, ÖVP Camaraderie des persécutés politiques et des confesseurs pour l'Autrich

Curriculum Vitae

Georg Vinzenz Drah kommt in Wien als ehelicher Sohn des akademischen Malers Georg Drah und Josefine, geborene Bauer, zur Welt. Sein Vater ist ein bekannter Maler, Freskant und Aquarellist, dessen Kunstwerke heute im Kunsthistorischen Museum sowie der Belvedere-Galerie ausgestellt sind. Nach der Volksschule besucht er eine Bürgerschule und im Anschluss eine Handelsakademie, wo er 1914 maturiert.

Zwei Tage vor der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien wird er am 26. Juli 1914 in die k.u.k. Armee eingezogen und gerät in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Juli 1920 heimkehrt. Im Jänner 1921 findet er Arbeit im Wiener Giro- und Kassenverein. Politisch engagiert sich Georg Drah in der Zwischenkriegszeit nicht. 1924 heiratet er Antonia Rollik und wird Vater einer Tochter.

Am 12. März 1938 muss Georg Drah erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht. Auch im besetzten Österreich werden ab diesem Zeitpunkt Jüdinnen und Juden verfolgt. Der Wiener Giro- und Kassenverein wird in die Deutsche Reichsbank eingegliedert.

Über seinen Vater kennt er das jüdische Ehepaar Cäcilie und Sigmund Stössel (ehemaliger Bankdirektor), und den jüdischen Oberlandesgerichtsrat i.R. Robert Löw. 1939 bereiten sie ihre Flucht nach Frankreich vor und möchten ihr Vermögen ins Ausland transferieren. Beim Ehepaar Stössel handelt es sich um etwa 30.000 Reichsmark und bei Robert Löw um 15.000 Reichsmark. Für Jüdinnen und Juden sind solche Transaktionen jedoch verboten.

Georg Drah erklärt sich bereit ihnen ohne Gegenleistung zu helfen und die geltenden Gesetze zu umgehen. Über den Bruder von Robert Löw, Otto Löw, der bereits in Frankreich wohnt und den jüdischen Pariser Bankier Arnold Diamant fädelt Georg Drah ein Verrechnungsgeschäft ein, bei welchem das Geld transferiert wird.

Weder das Ehepaar Stössel noch Robert Löw schaffen es zu emigrieren. Nach der Besetzung von Paris am 14. Juni 1940 durch die deutsche Wehrmacht wird die Wohnung des Bankiers Arnold Diamant von Mitarbeitern des Devisenschutzkommandos durchsucht und die, das Verrechnungsgeschäft betreffende Korrespondenz gefunden.

Am 26. Juli 1940 wird Georg Drah in Wien verhaftet, das Ehepaar Stössel einen Tag später und Robert Löw am 12. August 1940. Georg Drah wird am 21. September 1940 aus der Untersuchungshaft entlassen.

In einem Prozess vor dem Landesgericht Wien wird Georg Drah zu einem Jahr Haft und 60.000 Reichsmark Geldstrafe wegen 'Vergehens gegen das Devisengesetz' verurteilt, Cäcilie Stössel zu 11 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 40.000 Reichsmark, Sigmund Stössel zu 9 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 40.000 Reichsmark und Robert Löw zu 14 Tagen Haft und einer Geldstrafe von 12.000 Reichsmark.

[Anm.: Sigmund Stössel und Robert Löw werden später Opfer der Shoah.]

Unter den Angeklagten hat Drah die meiste Schuld auf sich geladen, weil er als Arier für Juden gegen die Interessen des Reiches handelnd geworden ist, dazu mit einer bemerkenswerten Beharrlichkeit und bezgl. eines hohen Betrages.

Aus der Anklageschrift vom 20. Juni 1941

Georg Drah tritt seine Haft am 25. August 1943 an, wird aber bereits aus gesundheitlichen Gründen am 23. Dezember 1943 aus der Haft entlassen und die verbleibende Strafe bis zum 31. Dezember 1946 auf Bewährung ausgesetzt.

In Wien erlebt Georg Drah die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik. 1946 wird das Urteil gegen ihn aufgehoben und er wird Mitarbeiter der Österreichischen Nationalbank. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

Als Beamter der Österreichischen Nationalbank geht Georg Drah in den Ruhestand und verstirbt mit 73 Jahren in Wien. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Hietzing.

Lieux

Lieu de résidence:

Burggasse 11 (Vienne)

Citations

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Matricula Online

Georg Drah

Employé de banque
* 20 janvier 1894
Vienne
† 11 septembre 1967
Vienne
Responsabilité