Manfred Felix Oskar Beck
Données personnelles
Né:
Décédé:
Profession:
Persécution:
Haft 06.01.1940 - 31.01.1941
Adhésions
Curriculum Vitae
Manfred Felix Oskar Beck kommt als ehelicher Sohn des katholischen Lehrers und späteren Schuldirektors des TGM, Oskar Beck, und der jüdischen Josefine, geborene Tiger, in Wien zur Welt. Nach der Volksschule besucht er das Realgymnasium Wien 18, Schopenhauergasse bis zur 4. Klasse und wechselt im Anschluss an das katholische Albertus Magnus Gymnasium, ebenfalls im 18. Wiener Gemeindebezirk.
Als er in gerade in der 7. Klasse ist, marschiert die deutsche Wehrmacht am 12. März 1938 ein. Mit der Okkupation, treten im besetzten Österreich die deutschen ‘Nürnberger Rassegesetze’ in Kraft, wonach seine Mutter als ‘Volljüdin’ und Manfred Beck als ‘Mischling 1. Grades’ qualifiziert wird. In der Schule wird er plötzlich negativ beurteilt und aufgrund seiner ‘nicht-arischen Abstammung’ ein weiterer Schulbesuch untersagt.
Um weiterer Verfolgung zu entgehen, meldet sich Manfred Beck im im Herbst 1938 freiwillig zur Wehrmacht, verschweigt dort aber, dass er ‘Mischling 1. Grades’ ist. Gegenüber den Wiener Behörden ist seine Mutter durch die Ehe mit einem ‘Arier’ und dem Umstand, dass ihr Sohn Soldat der Wehrmacht ist, vor weiterer Verfolgung geschützt.
Manfred Beck macht die Panzerausbildung und wird im Juli 1939 an der deutsch-polnischen Grenze stationiert. Beim deutschen Angriffskrieg auf Polen muss er dort kämpfen. Während des Feldzuges erfährt er von der Verfolgung seiner jüdischen Großmutter, worauf er offen gegen das Regime und den Krieg spricht. [Anm.: Seine Großmutter Dwora Tiger wird später, am 22. Juli 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert und dort am 24. November 1942 ermordet.]
Mit Anfang Jänner 1940 wird Manfred Beck einer Wiener Division zugeteilt, kehrt in seine Heimatstadt zurück und soll einen Offizierslehrgang besuchen. Ein gewisser Oberleutnant Kratowsky, der Zeuge der im Polenfeldzug getätigten Aussagen war, hatte hatte herausgefunden, dass er bei seiner Stellung die Unwahrheit über seine Abstammung gesagt hatte und warf ihm zusätzlich Dienstverweigerung in Polen vor.
Daraufhin wird Manfred Beck am 6. Jänner 1940 verhaftet und in das Wehrmachtsgefängnis in der Hardtmuthgasse im 10. Wiener Gemeindebezirk gebracht. In einem Prozess vor dem Militärgericht am 10. Juni 1940 wird er wegen ‘fortgesetzter Feigheit und unbefugten Tragens eines Amtszeichens in Tateinheit mit unbefugter Führung einer inländischen Amtsbezeichnung’ zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Er verbüßt seine Haft unter Anrechnung der Untersuchungshaft im Zuchthaus Glaz in Schlesien [heute: Kłodzko in Polen] und in Großmittel.
Nach seiner Entlassung zieht Manfred Beck zu seinen Eltern und findet Arbeit bei unterschiedlichen Firmen, bevor er zur Arbeit in einen Rüstungsbetrieb zwangsverpflichtet wird. Aufgrund der schweren Arbeit im Donauhafen zieht er sich im Jänner 1945 eine schwere Lungenentzündung zu und muss in einem Spital stationär aufgenommen werden.
Dort erlebt Manfred Beck die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Ende Mai 1945 kann er das Spital verlassen. Danach arbeitet er in unterschiedlichen Firmen, bevor er bei den Wiener Verkehrsbetrieben Arbeit findet. Er engagiert sich bei der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich.
1980 geht Manfred Beck in den Ruhestand und verstirbt in Wien mit 90 Jahren ledig und kinderlos. Er findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.
Lieux
Lieu de résidence:
Citations
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
