Hedwig Kris (geb. Bum)
Données personnelles
Né:
Décédé:
Profession:
Persécution:
Flucht 31.08.1938
Adhésions
Curriculum Vitae
Hedwig Bum wird als Tochter der jüdischen Eheleute Heinrich und Bertha (geborene Kann) Bum geboren. Heinrich Bum ist als Fabriksbesitzer und Verwaltungsrat der Tarrag AG ein klassischer Repräsentant des Wiener jüdischen Bürgertums.
Über ihr Schulbildung ist nichts weiteres bekannt, sie muss jedenfalls maturiert haben, zumal sie in den 1940er-Jahren in New York studiert.
1917 konvertiert Hedwig Bum zum katholischen Glauben und heiratet 1920 den Wiener Rechtsanwaltsanwärter Paul Kris, der ebenfalls vom jüdischen Glauben zum katholischen Glauben konvertiert ist. Hedwig Kris organisiert den Haushalt, in der Folge wird sie Mutter von drei Töchtern, die 1922, 1925 und 1926 geboren werden.
Paul Kris läßt sich 1922 als Rechtsanwalt im 1. Wiener Gemeindebezirk nieder und vertritt in der Folge u.a. viele katholische Organisationen und Orden, wie beispielsweise die Dominikaner. Zusätzlich ist er gerichtlich beeideter Dolmetscher für Russisch und Französisch. Aus Überzeugung engagiert er sich in der Christlichsozialen Partei.
1933 tritt Paul Kris der Vaterländischen Front bei und engagiert sich vehement gegen den Nationalsozialismus.
Am 12. März 1938 erleben Hedwig Kris und ihr Ehemann, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Nachdem die ‘Nürnberger Rassegesetzte’ nunmehr auch im besetzten Österreich gelten, werden Hedwig und Paul Kris als ‘Volljuden’ klassifiziert. Im nationalsozialistischen Deutschland ist die Ausübung der Rechtsanwaltstätigkeit Juden untersagt. Gleichzeitig wird Paul Kris von der Gestapo aufgrund seiner politischen Tätigkeit und seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus verhört.
Am 9. Juli 1938 flieht Paul Kris nach Paris, wo er juristisch arbeiten kann. Hedwig Kris bleibt bis 31. August 1938 in Wien und flieht nach Bled in Solwenien, wo sie auf ein Visum für Frankreich wartet. Nach Erhalt des Visums reist sie im September 1938 zu ihrem Ehemann nach Paris.
Gemeinsam leben Paul und Hedwig Kris im Hotel Perey in Paris. Mit dem Angriff Deutschlands auf Frankreich tritt Paul Kris als ‘Prestataire’ einer franzöischen Formation speziell für Auslandskämpfer bei und kämpft gegen Hitler-Deutschland.
Hedwig Kris flüchtet im Juni 1940 über Montauban in Südfrankreich nach Marseille, wo sie im August 1940 ankommt. Dort trifft sie wieder ihren Ehemann. Von einem amerikanischen Unitarierkonvoi begleitet, verlassen sie im September 1940 Marseille in Richtung Lissabon, wo sie nach sechs Wochen mit dem Schiff nach Rio de Janeiro übersetzen. Zwei Jahre später, am 1. März 1942 übersiedeln sie nach São Paulo.
Dort gründet Paul Kris den Ableger einer österreichische Exilgruppe die bereits in Rio de Janeiro, aktiv ist. Diese nennt sich Áustria Livre und steht der Frei-Österreicher Bewegung von New York und Toronto nahe, die als legitimistisch zu bezeichnen ist.
In São Paulo erleben sie die Befreiung Österreichs, bleiben aber in Brasilien. Hedwig Kris studiert danach zwischen 1946 und 1949 gemeinsam mit ihrem Ehemann in New York, kümmert sich aber weiterhin um den Haushalt. Beide treten der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner von Österreich bei.
Nach dem Tod ihres Ehemanns Paul Kris im Jahre 1971 siedelt Hedwig Kris wieder nach Österreich zurück und läßt sich in Klosterneuburg nieder.
Sie verstirbt mit 87 Jahren in Oberpullendorf.
Lieux
Lieu de résidence:
Citations
Zeitschrift zeitgeschichte 6./2000
Matricula Online
Landesarchiv Niederösterreich
