Karl Franz Knapczyk
Données personnelles
Né:
Décédé:
Profession:
Persécution:
Haft 10.09.1939 - 24.09.1939,
KZ Buchenwald 24.09.1939 - 06.01.1940
Numéro de camp:
Adhésions
Curriculum Vitae
Karl Franz Knapczyk kommt in Wien als ehelicher Sohn des Schusters Martin Knapczyk und seiner Gattin Barbara, geborene Kania, zur Welt. Seine Familie gehört zu der in Wien lebenden polnischen Minderheit.
Nach der Volksschule besucht Karl Knapczyk ein Gymnasium, welches er 1914 mit der Matura abschließt. 1915 wird er zu den Landesschützen in den Ersten Weltkrieg eingezogen und kommt 1916 an die russische Front, wo er in Kriegsgefangenschaft gerät.
In russischer Kriegsgefangenschaft erlebt Karl Knapczyk die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Er kehrt erst 1922 aus der Gefangenschaft heim. Als Mitglied der polnischen Minderheit in Wien engagiert er sich im Verein 'Opejka - Vertretung der polnischen Schüler in Wien', wo er Ausschuss-Mitglied und Obmann-Stellvertreter ist. Beruflich arbeitet er unterschiedlichen Dienstverhältnissen.
Am 25. Oktober 1925 heiratet Karl Knapczyk in der St. Karl Borromaeus Kirche im 4. Wiener Gemeindebezirk, in der die polnische Gemeine beheimatet ist, Ludovika Podgorska. Er wird in weiterer Folge Vater zweier Söhne und zweier Töchter. 1929 tritt er seine Arbeit in der Zentralbuchhaltung des Wiener Krankenanstaltenfonds an. Politisch ist er nicht aktiv.
Am 12. März 1938 erlebt Karl Knapczyk, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Wie alle Österreicher nach der Besetzung erhält auch der die reichsdeutsche Staatsbürgerschaft. Am 1. September 1939 überfällt das deutsche Reich Polen, womit der Zweite Weltkrieg ausgelöst wird.
Am 10. September 1939 wird Karl Knapczyk in seiner Dienststelle im 4. Wiener Gemeindebezirk unter dem Vorwand er sei ein 'polnischer Spitzel' verhaftet; Parallel dazu wird seine Wohnung durchsucht, wobei nichts belastendes gefunden wird. Am 24. September 1939 erfolgt seine Deportation in das KZ Buchenwald. Er wird am 6. Jänner 1940, anläßlich des 'siegreichen Polenfeldzugs' aus dem Konzentrationslager entlassen und kehrt zurück nach Wien, wo er wieder in der Zentralbuchhaltung des Wiener Krankenanstaltenfonds arbeitet. Er muss sich jeden 3. Werktag bei der Polizei melden.
Im Oktober 1943 wird Karl Knapczyk schließlich zur Wehrmacht eingezogen und gerät in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Einer seiner Söhne fällt in den letzten Kriegstragen als 16-jähriger Luftwaffenhelfer.
In der Kriegsgefangenschaft erlebt Karl Knapczyk die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.
Als Angestellter in der Zentralbuchhaltung des Wiener Krankenanstaltenfonds geht Karl Knapczyk in Pension und verstirbt mit 92 Jahren in Wien. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Stammersdorf.
Citations
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Arolsen Archives
Matricula Online
www.myheritage.com
Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche
