Dr. Amalie Oppenheim (geb. Pollak)

Données personnelles
Né:
Décédé:
Profession:
Persécution:
KZ Theresienstadt 20.08.1942 - 08.05.1945
Curriculum Vitae
Amalie Pollak kommt in Holleschau in Mähren [heute: Holesov in Tschechien] als eheliche Tochter des jüdischen Religionslehrers Markus Mordechai Meir Pollak und seiner Gattin Marie Minna Machla, geborene Freistadt, zur Welt. Sie hat insgesamt 13 Geschwister, wovon zwei bei der Geburt sterben und zwei weitere im frühen Kindesalter. Die Familie zieht alsbald nach Wien, wo Amalie Pollak nach der Volksschule die Gymnasiale Mädchenschule besucht. Als sie 17 Jahre alt ist, verstirbt ihr Vater.
Amalie Pollak, die immer ausgezeichnete Noten in der Schule hat, möchte ursprünglich nicht studieren. An der Universität Wien sind aber seit 1897 auch Frauen zum Studium zugelassen. Im Rahmen eines Treffens wird sie aber ermutigt, aufgrund ihrer sehr guten Noten, zu inskribieren. Schließlich inskribiert sie 1899 Physik und Mathematik an der Universität Wien und wird am 9. März 1905 als 39. Frau an der Universität Wien zum Doktor der Philosophie promoviert.
1906 heiratet Amalie Pollak David Ernst Oppenheim, den sie von der Universität kennt. Auch er hat 1905 an der Universität Wien promoviert und wird nach seinem Probejahr an das Gymnasium nach Nikolsburg [heute: Mikulov in Tschechien] geschickt. Dort kommt die gemeinsame Tochter Kora Renta Oppenheim zur Welt. 1909 tritt David Ernst Oppenheim eine Stelle als Gymnasiallehrer am Akademischen Gymnasium im 1. Wiener Gemeindebezirk an, woraufhin die Familie wieder nach Wien zurückkehrt.
David Ernst Oppenheim wird 1914 in den Ersten Weltkrieg eingezogen und kehrt nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg, 1918 gezeichnet vom Krieg heim. 1919 kommt die zweite Tochter Doris Oppenheim zur Welt.
Am 12. März 1938 erlebt Amalie Oppenheim, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Mit der Besetzung Österreichs wird die deutsche Gesetzgebung übernommen und damit auch die ‘Nürnberger Rassengesetze’, nach denen sie und ihre Familie als 'Volljuden’ gelten. Mit dem Tag der Besetzung ihres Heimatlandes, darf ihr Ehemann David Ernst Oppenheim nicht mehr die Schule betreten, an der er fast 30 Jahre unterrichtet hat. Mit 13. Mai 1938 wird er offiziell entlassen.
Während ihre beiden Töchter, die inzwischen verheiratete Kora Renata Singer und Doris Oppenheim nach Australien emigrieren, weigern sich Amalie und David Ernst Oppenheim, trotz zureden verschiedener Bekannter und Freunden, zu emigrieren. Nachdem David Ernst Oppenheim sehr kriegsverdient ist, glaubt er nicht an eine weitere Verfolgung. Diese Fehleinschätzung kommt dem Ehepaar Oppenheim teuer zu stehen.
Zuerst werden neben David Ernst und Amalie Oppenheim acht Juden in ihrer Wohnung zwangsuntergebracht. 1942 müssen sie ihre Wohnung verlassen und in eine Durchgangswohnung für Juden, einige Straße weiter, in der Förstergasse 7 im 2. Wiener Gemeindebezirk übersiedeln.
Am 20. August 1942 werden sie mit dem Transport mit der Nummer 8 in das KZ Theresienstadt deportiert. Dort verstirbt der Diabetiker David Ernst Oppenheim am 18. Februar 1943 an den Folgen einer chronischen Diarrhöe und dem Fehlen von Insulin. Amelie Oppenheim erlebt im KZ Theresienstadt die Befreiung durch die Rote Armee am 8. Mai 1945. Sie muss jedoch noch einen Winter in Wien verbringen, wo sie von ihren amerikanischen Verwandten unterstützt wird, die ihr Lebensmittel und warme Kleidung schicken.
Im August 1946 kann Amelie Oppenheim schließlich nach Australien zu ihren beiden Töchtern ausreisen, wo sie am 19. August 1946 ankommt. Dort sieht sie erstmals ihre beiden Enkelkinder. Sie verstirbt 9 Jahre später mit 77 Jahren in Melbourne, wo sie auch ihre letzte Ruhestätte findet.
Lieux
Lieu de résidence:
Persécution:
Citations
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus (2018): Erinnerungen. Lebensgeschichten von Opfern des Nationalsozialismus (Wien) S.90-139.
Archiv der Universität Wien
Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/David_Ernst_Oppenheim
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