Alois Grimm SJ

Alois Grimm
Alois Grimm
Image : Mikrut 2000-2

Données personnelles

Né:

24 octobre 1886, Külsheim

Décédé:

11 septembre 1944, Brandenburg-Görden

Profession:

Priester

Persécution:

Haft 14.10.1943 - 11.09.1944,
Ermordet 11.09.1944

Adhésions

Congrégation mariale

Curriculum Vitae

Alois Grimm wird in Külsheim in Nordbaden in Deutschland als eines von sechs Kindern eines Landwirts Franz Alois Grimm und seiner Gattin Maria Theresia, geborene Düll, geboren. Obwohl er als ältester Sohn den väterlichen Hof übernehmen soll, möchte er das Gymnasium besuchen. Sein Vater willigt schließlich ein und er kann 1901 in die 4. Klasse des Erzbischöflichen Knabenseminars einsteigen, welches er 1907 mit dem Abitur abschließt. Nachdem er noch unsicher in seiner Berufswahl ist, macht er mit zwei Klassenkameraden Exerzitien bei den deutschen Jesuiten in Valkenburg. Dort entschließt er sich endgültig dem Orden der Gesellschaft Jesu (Jesuiten) SJ, beizutreten.

Im Herbst 1907 tritt er schließlich den Jesuiten in der Süddeutschen Provinz Feldkirch-Tisis bei. Es studiert an der Ordenshochschule Philosophie und wird 1912 für vier Jahre Lehrer am Jesuitengymnasium Stella Matutina in Feldkirch. Danach geht zum Theologiestudium nach Wien, muss dieses für die Teilnahme am Ersten Weltkrieg unterbrechen und nimmt das Studium nach Kriegsende wieder auf. 1920 empfängt er die Priesterweihe. Nach seinen absolvierten Studien nimmt er 1926 wieder seine Lehrtätigleit am Jesuitengymnasium Stella Matutina wieder auf.

Als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kommen, muss die deutsche Auslandsschule der Stella Matutina von Feldkirch in das deutsche Benediktinerstift St. Blasien verlegt werden, da an der Schule primär deutsche Staatsbürger unterrichten. Die Nationalsozialisten machen es in Deutschland den Jesuiten sehr schwer zu unterrichten und verhaften schon 1936 den Rektor des Kollegs. Alois Grimm wird erstmals am 18. August 1938, also nach der Okkupation Österreichs durch das Dritte Reich, von der Gestapo vorgeladen.

Zu Ostern 1939 schließen die Nationalsozialisten schließlich das Kolleg St. Blasien und Alois Grimm kehrt nach Feldkirch zurück, um die Novizen im Exerzitienhaus in Tisis zu unterrichten. Als das Exerzitienhaus 1940 ebenfalls von den Nationalsozialisten geschlossen wird, zieht er in das Pfarrhaus in Tisis um dort in der Pfarre mitzuarbeiten.

Alois Grimm kümmert sich rührend um Jugendliche und bespricht mit diesem u.a. die Ideologie des Nationalsozialismus und die Rassenlehre. Auch hält er Predigten in der Stadtpfarrkirche. Bei einer dieser Predigten hört ihm sein ehemaliger Schüler Franz Xaver Kunkel zu, der in der Zwischenzeit zu einem fanatischen Nationalsozialist mutiert war.

Brüder und Schwestern!

Wir leben in einer Zeit, in der die Kirche Gottes, das Reich Gottes auf Erden, angegriffen wird wie fast nie zuvor. Nicht gegen die eine oder andere Wahrheit des Christentums stürmen die Gegner heut3e an, sondern gegen die letzten Grundlagen, auf denen der gesamte Bau unseres Glaubens ruht. Die leidensreiche Ölbergnacht des Herren wiederholt sich im Geschick der Kirche. Die Feinde rüsten ihre Waffen zum Schlage gegen den Herrn. Beten und wachen wollen wir nach der Mahnung des Herren. Beten und wachen, fragen und suchen, rege eindringen, dass des Gottesreiches Wahrheit in uns auch heute, mitten im Sturm, nur umso heller erstrahle, uns umso sicherer führe.

Liebe Brüder und Schwestern!

Unsere Fastenzeit ist das dunkle, undurchdringliche Grauen, das über der Zukunft von Heimat und Kirche liegt. Das weckt in uns den Ernst und bereitet die Einkehr, die sich in der Fastenzeit vollziehen soll. […] In Demut darf ich vor meinen Gott treten. In Demut nur. Da meldet die Menschheit von heute Widerspruch an. Hohngelächter erhebt das Neuheidentum. Sie sagen: Der heidnische Germane sei nur hocherhobenen Hauptes, im stolzen Gefühl seiner Persönlichkeit vor die Gottheit getreten!

Predigt Alois Grimms in der Stadtpfarre Feldkirch 1943

Nach dieser Predigt versucht die Gestapo Alois Grimm eine Falle zu stellen.Im Frühjahr 1943 erscheint ein Gefreiter der FLAK im Grenzgebiet der Silvretta, der in Wirklichkeit ein Spitzel der Gestapo ist, bei Alois Grimm im Pfarrhaus von Tisis mit der heuchlerischen Bitte um Konvertitenunterricht. Obwohl er von einem Mitbruder und dem Pfarrer gewarnt wird, folgt er seinem priesterlichen Gewissen und erteilt den Unterricht. Dabei macht er aus seiner Einstellung gegenüber dem Nationalsozialismus keinen Hehl. Dieser Spitzel läßt sogar zum Schein sein neugeborenes Kind taufen und bringt nach sechs Monaten einen Freund mit, der angeblich “vom Nationalsozialismus angeekelt” ist und nun auch zum katholischen Glauben konvertieren möchte. Auch dieser ist Gestapo-Spitzel und führt genau Tagebuch über alle Aussagen von Alois Grimm.

Am 14. Oktober 1943 verhaftet die Gestapo Alois Grimm nach der hl. Messe.

Jetzt müsst ihr aber gut beten für mich, jetzt wird's gefährlich!

Alois Grimm als er erfährt die Gestapo wartet auf ihn um ihn zu verhaften

Nun ist es aus. Ich glaube nicht, dass ich wieder zurückkommen werde.

Alois Grimm unmittelbar nach seiner Verhaftung am Weg zum Bahnhof zu einem Mitbruder

Er wird zum Bahnhof Feldkirch gebracht, wo er noch seinem Mitbruder Josef Miller SJ trittt. Im Gestapo-Gefängnis angekommen, erwarten ihn schon die beiden auf ihn angesetzten Spitzel und verhöhnen ihn. Nach Verhören in Innsbruck wird er noch am gleichen Tag nach München überstellt. Von München wird er nach Berlin ins Gefängnis weiterüberstellt, da ihm dort der Prozess vor der Volksgerichtshof gemacht werden soll.

Am 12. August 1944 findet schließlich die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof statt. Den Vorsitz hat der berüchtigte Präsident des Volksgerichtshofs, Roland Freisler, persönlich übernommen. Alois Grimm wird schließlich wegen Wehrkraftzersetzung und Defätismus zum Tod verurteilt. Gnadengesuche werden in der Folge abgelehnt. Am 11. September 1944 wird Alois Grimm in Brandenburg-Görden durch das Fallbeil ermordet.

Seine beiden Schwestern kamen einen Tag zu spät in Berlin an. Ihnen wurde die Urne mit der Asche ihres Bruders übergeben und diese auf dem Berliner Friedhof beigesetzt.

Nach dem Krieg wurde die Urne exhumiert und am 25. September 1949 im wiedererstandenen Kollegium St. Blasien beigesetzt.

Lieux

Emplacement:

 

Hommage:

 
Gedenktafel (C'est pas vrai.)

Lieu d'activité:

 

Citations

  • Mikrut, Jan (2000): Blutzeugen des Glaubens. Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Band 3 (Wien), p. 37–59.

Alois Grimm SJ

Priester
* 24 octobre 1886
Külsheim
† 11 septembre 1944
Brandenburg-Görden
Responsabilité, Meurtre