Josef Leopold Kellner

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Josef Kellner
Image: DÖW

Personalia

Born:

July 15, 1904, Baden near Vienna

Died:

April 18, 1988, Vienna

Profession:

Dreher und Mechaniker

Persecution:

Haft 30.08.1939 - 22.09.1939,
KZ Buchenwald 22.09.1939 - 13.01.1940

KZ Number:

6360

Memberships

Austrian Social Democratic Party, Austrian People's Party, ÖVP Comradeship of the politically persecuted and confessors for Austria

Curriculum Vitae

Josef Leopold Kellner kommt in Mödling bei Wien als ehelicher Sohn des Bindergehilfen Matthias Kellner und seiner Gattin Marie, geborene Ehrlich, zur Welt. Durch den frühen Verlust beider Eltern wächst er im Hyrtl’schen Waisenhaus in Mödling auf. In Mödling absolviert er die Volksschule und die Bürgerschule, bevor er 1918 nach Wien zieht.

In Wien erlebt Josef Kellner die Niederlage Österreich-Ungarns, die Zerschlagung der Doppelmonarchie und die Vertreibung des Hauses Habsburg. Er macht eine Lehre zum Mechaniker, Dreher und Uhrenmacher und arbeitet in unterschiedlichen Firmen als Mechaniker und Chauffeur. Spätestens in den 1930ern engagiert er sich bei der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) [heute: Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)]. 1930 heiratet er Leopoldine Eisneker; die Ehe bleibt kinderlos.

Am 12. März 1938 erlebt Josef Kellner, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Am 1. September 1938 wird seine Ehe geschieden, am 20. Oktober 1938 tritt er aus der katholischen Kirche aus.

Im besetzten Österreich betätigt sich Josef Kellner als illegaler Propagandist für die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). Seine illegale Tätigkeit fliegt auf und er wird am 30. August 1939 von der Gestapo verhaftet. Am 22. September 1939 erfolgt seine Deportation in das KZ Buchenwald. Dort wird er am 13. Jänner 1940 entlassen. Nach Wien heimgekehrt muss er für ein Monat in eine Nervenheilanstalt im 19. Wiener Gemeindebezirk um sich von den psychischen und physischen Misshandlungen zu erholen. Danach arbeitet er als technischer Angestellter bei der Wiener Flugmotoren-Reparaturwerk GmbH.

Als technischer Angestellter erlebt Josef Kellner die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Er kündigt mit 8. Mai 1945 seine Arbeit und meldet sich als Freiwilliger für den Wiederaufbau Österreichs. Josef Kellner tritt der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

Am 1. April 1949 beginnt er als technischer Angestellter bei der Firma Gräf & Stift zu arbeiten und heiratet 1963 seine langjährige Lebensgefährtin.

Als technischer Angestellter geht Josef Kellner in Pension und verstirbt mit 83 Jahren kinderlos in Wien. Er findet seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Wien-Hernals.

Places

Residence:

Feßtgasse 2 (Vienna)

Persecution:

Citations

Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Arolsen Archives

Matricula Online

Friedhöfe Wien - Verstorbenensuche

Josef Kellner

Dreher und Mechaniker
* July 15, 1904
Baden near Vienna
† April 18, 1988
Vienna
Detention, Concentration camp