Franz Pöttinger

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Franz Pöttinger
Image: KZ Verband Salzburg

Personalia

Born:

January 8, 1907, Neukirchen an der Enknach

Died:

April 19, 1943, Munich-Stadelheim

Profession:

Bauarbeiter

Persecution:

Haft 07.04.1942 - 19.04.1943,
Ermordet am 19.04.1943

Memberships

Austrian Communist Party

Curriculum Vitae

Franz Pöttinger kommt am 8. Jänner 1907 in Neukirchen an der Enknach in Oberösterreich als unehelicher Sohn der Näherin Maria Schießl und des Bäckergesellen Franz Pöttinger zur Welt. Nach einem Vermerk in der Geburtsmatrikel wird Franz Pöttinger durch die Eheschließung seiner Eltern am 24. Oktober 1908 legitimiert. Er ist das zweite von vier Kindern der Familie.

Im Jahr 1923 übersiedelt die Familie nach Salzburg. Sie lebt in der Altstadt im Haus einer Bäckerei, in der sein Vater arbeitet. Dieser stirbt im Juni 1930. Franz Pöttinger erlernt das Müllerhandwerk, übt den Beruf aber nur kurze Zeit aus. Danach arbeitet er als Bauarbeiter in Salzburg und in verschiedenen Landgemeinden. Während der Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre ist er längere Zeit arbeitslos.

Ab Februar 1936 lebt Franz Pöttinger als Untermieter in einem Anbau des Gasthauses Weiserhof in der heutigen Weiserhofstraße 4 in Salzburg-Schallmoos. Das in der Nähe des Hauptbahnhofes gelegene Gasthaus ist ein beliebter Treffpunkt von Arbeitern und Eisenbahnern.

Franz Pöttinger ist nicht verheiratet, seine Partnerin ist Käthe Sporrer. Diese lebt ebenfalls im Anbau des Weiserhofes und hat eine 1937 geborene Tochter. Ob Franz Pöttinger der Vater des Mädchens ist, lässt sich anhand der bislang bekannten Quellen jedoch nicht nachweisen.

Politisch tritt Franz Pöttinger zunächst kaum hervor. Abgesehen von einer kurzen Mitgliedschaft in der Gewerkschaft der Bauarbeiter gehört er vor 1938 keiner politischen Partei an.

Am 12. März 1938 erlebt Franz Pöttinger, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. Er arbeitet als Telegrafenbauarbeiter beim Telegrafenamt der Deutschen Reichspost in Salzburg. Dort lernt er den Monteur Anton Reindl kennen, einen führenden Organisator des kommunistischen Widerstandes in Salzburg.

Anfang des Jahres 1941 schließt sich Franz Pöttinger der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) an. Er zahlt monatliche Mitgliedsbeiträge und wirbt im Sommer 1941 seine Bekannten Karl Hollweger und Josef Hochstätter für die Widerstandsorganisation an. Von beiden hebt er bis Dezember 1941 Beiträge ein. Außerdem fordert er Hollweger auf, weitere Mitglieder zu gewinnen.

Über seinen Arbeitskollegen Johann Illner erhält Franz Pöttinger mindestens zwei Ausgaben des von Franz Ofner herausgegebenen illegalen 'Informationsblattes'. Darin wird die Kriegslage aus kommunistischer Sicht beurteilt und mit einem Sieg der Sowjetunion gerechnet. Im Herbst 1941 vertraut Anton Reindl Franz Pöttinger eine Schreibmaschine an, die zur Herstellung illegaler Schriften bestimmt ist. Weil ihm die Aufbewahrung zu gefährlich erscheint, gibt Pöttinger die Maschine später an Johann Illner weiter.

Anfang des Jahres 1942 gelingt es der Gestapo mithilfe des verdeckten Ermittlers Josef Kirschner, die kommunistischen und sozialistischen Widerstandsgruppen im Land Salzburg zu unterwandern und zu zerschlagen. Am 7. April 1942 verhaftet die Gestapo Franz Pöttinger. Zunächst wird er im Polizeigefängnis Salzburg festgehalten und verhört. Spätestens ab dem 22. Mai 1942 befindet er sich aufgrund eines richterlichen Haftbefehls in der Haftanstalt Salzburg. Während der Verhöre versucht Franz Pöttinger sich selbst und seine Mitangeklagten zu schützen. Dies werfen im die Nationalsozialisten später im Urteil vor.

Pöttinger hat sich aufs Leugnen verlegt.

Urteil des Volksgerichtshofs über Franz Pöttinger vom 3. November 1942

Am 25. August 1942 erhebt der Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof gegen Franz Pöttinger und Johann Illner Anklage. Ihnen wird vorgeworfen, gemeinsam mit anderen ein hochverräterisches Unternehmen vorbereitet zu haben, das darauf gerichtet gewesen sei, Österreich vom Deutschen Reich loszureißen und die nationalsozialistische Herrschaft zu beseitigen.

Die Hauptverhandlung findet am 3. November 1942 vor dem 2. Senat des Volksgerichtshofs im Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes Salzburg statt. Den Vorsitz führt Volksgerichtsrat Walter Hartmann. Das Gericht verurteilt Franz Pöttinger und Johann Illner wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Das Urteil begründet die Todesstrafe ausdrücklich damit, dass jede widerständige Tätigkeit während des Krieges als besonders gefährlich anzusehen sei.

Nach dem Todesurteil wird Franz Pöttinger in das Strafgefängnis München-Stadelheim gebracht. Ein Gnadengesuch bleibt erfolglos. Am 8. April 1943 weist das Reichsministerium der Justiz an, bei der 'Verwertung' der Leichen Franz Pöttingers und Johann Illners das Anatomische Institut der Universität Würzburg zu berücksichtigen.

Am 19. April 1943 wird Franz Pöttinger im Strafgefängnis München-Stadelheim mit dem Fallbeil hingerichtet. Laut Vollstreckungsbericht dauert der Hinrichtungsvorgang bei ihm vom Verlassen der Zelle an 58 Sekunden; zwischen der Übergabe an den Scharfrichter und dem Fall des Beiles vergehen zehn Sekunden. In der bürokratischen Sprache des Berichtes heißt es: 'Zwischenfälle oder sonstige Vorkommnisse von Bedeutung sind nicht zu berichten.' Franz Pöttinger ist 36 Jahre alt.

Sein Leichnam wird auf dem Friedhof am Perlacher Forst in München ohne ein persönliches Grabzeichen bestattet. Nach der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik bemüht sich der KZ- Landesverband Salzburg, Häftlinge und politisch Verfolgten um die Rückführung der in München-Stadelheim ermordeten Widerstandskämpfer. Franz Pöttingers sterbliche Überreste werden exhumiert und am 1. November 1950 auf dem Kommunalfriedhof Salzburg feierlich wiederbestattet.

Im Jahr 2015 erklärt die Stadt Salzburg das Sammelgrab des KZ-Verbandes zum Ehrengrab.

Sie starben für Österreich 1943.

Inschrift des Ehrengrabes

Places

Residence:

Honoring:

Stumbling block (Salzburg)

Citations

Stadt- und Landesarchiv Salzburg

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW)

Bundesarchiv Berlin

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (1991): Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934–1945. Eine Dokumentation, Band 1 (Wien)

Stolpersteine Salzburg unter www.stolpersteine-salzburg.at/stolperstein/poettinger_franz/

KZ Verband Salzburg

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Franz Pöttinger

Bauarbeiter
* January 8, 1907
Neukirchen an der Enknach
† April 19, 1943
Munich-Stadelheim
Detention, Murdered