Andreas Peter Hofer

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Andreas Hofer
Image: DÖW

Personalia

Born:

August 24, 1915, Innsbruck

Died:

April 15, 1945, Stein an der Donau

Profession:

Polizeibeamter

Memberships

Messner-Maier-Caldonazzi Group

Curriculum Vitae

Andreas Peter Hofer in Innsbruck als ehelicher Sohn des Gendarmeriebeamten Peter Hofer und seiner Gattin Berta, geborene Ginter, zur Welt. Sein Vater stammt aus Obertilliach und versieht seinen Dienst in Scharnitz. Seine Mutter ist in Vorderhornbach geboren. Die Eltern haben am 23. Juni 1914 in Scharnitz geheiratet.

Nach dem Schulbesuch zieht Andreas Hofer nach Wien und wird 1934 als Angehöriger des Militärassistenzkorps Berufssoldat. Ebenso wird er Mitglied des Wiener Heimatschutzes.

Am 12. März 1938 erlebt Andreas Hofer mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreich. Am 15. November 1938 tritt er zur Schutzpolizei Wien über. Er erreicht den Rang eines Revieroberwachtmeisters.

Am 26. September 1939 heiratet Andreas Hofer Aurelia Wurzer und wird in weiterer Folge Vater von drei Kindern. Er wird in den bereits ausgebrochenen II. Weltkrieg eingezogen und am 21. Dezember 1941 mit dem Polizei-Regiment Süd in die Ukraine (Feldpostnummer 37049/A) versetzt. Dort erlebt er die nationalsozialistischen Gräuel an Juden und Partisanen. Nach vier Monaten kehrt er wegen Ischias und eines Nervenleidens zurück. Er kommt am 1. März 1942 in ein Sanatorium nach Wien.

In dem Wiener Sanatorium lernt er vermutlich den Sanitäts-Gefreiten Josef Wyhnal kennen. Über ihn gelangt er zum Widerstand. Spätestens im Herbst 1943 schließt sich Andreas Hofer dem Widerstand in der Gruppe Messner-Meier-Caldonazzi um den Gersthofer Kaplan Heinrich Maier, den Semperit-Generaldirektor Franz Josef Messner und den Forstingenieur Walter Caldonazzi an. Die Gruppe setzt sich für die Wiedererrichtung eines selbstständigen Österreich ein. Ihre Verbindung zum amerikanischen Kriegsgeheimdienst OSS dient der Weitergabe von Informationen über die Rüstungsindustrie. Durch Angriffe auf militärisch wichtige Produktionsstätten sollen zugleich Bombardierungen von Wohngebieten vermieden werden.

Andreas Hofer nimmt wiederholt mit Walter Caldonazzi und Hermann Klepell an politischen Besprechungen teil. Zusammenkünfte des Kreises finden unter anderem in den Büroräumen von Caldonazzis Dienststelle, den Vereinigten Forstkanzleien in Wien, statt.

Eine besondere Aktivität entfaltete der Angeklagte Hofer, der seinerseits mit Caldonazzi und Klepell öfter zu politischen Erörterungen und Planungen zusammenkam.

Aus dem Urteil des Volksgerichtshofes vom 27. und 28. Oktober 1944

Andreas Hofer und Walter Caldonazzi helfen Soldaten und Schutzpolizisten sich dem Fronteinsatz zu entziehen. Im Herbst 1943 besprechen sie mit dem Sanitätsgefreiten und früheren Medizinstudenten Josef Wyhnal entsprechende Möglichkeiten. Sie organisieren Hilfen durch fiebererzeugende Mittel und vorübergehende Erkrankungen. Auch Andreas Hofer lässt sich von Josef Wyhnal behandeln, um einer erneuten Entsendung an die Ostfront zu entgehen. Vor Weihnachten 1943 führt ein solcher Eingriff zu seiner Einweisung in ein Krankenhaus; Ende Februar 1944 folgt ein weiterer.

Andreas Hofer beteiligt sich außerdem an der Vorbereitung einer Fluchthilfe für französische Kriegsgefangene. Er übernimmt von Josef Wyhnal eine Liste benötigter Landkarten und gibt sie an Hermann Klepell weiter, der die Karten jedoch nicht beschafft. Mit Heinrich Maier bespricht Andreas Hofer auch, einen Plan eines Kriegsgefangenenlagers ins Ausland zu übermitteln, damit die Gefangenen durch einen Waffenabwurf unterstützt werden können. Dieser Plan wird nicht verwirklicht.

Die Aktivitäten der Gruppe fliegen auf und Andreas Hofer wird am 28. Februar 1944 verhaftet. In der Hauptverhandlung vor der Volksgerichtshof vor dem 5. Senat findet am 27. und 28. Oktober 1944 wird er wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat', 'Feindbegünstigung' und 'Wehrkraftzersetzung' zum Tode und zum Ehrenrechtsverlust auf Lebenszeit verurteilt. Auch Heinrich Maier, Franz Josef Messner, Walter Caldonazzi, Josef Wyhnal, Hermann Klepell, Wilhelm Ritsch und Clemens von Pausinger erhalten Todesurteile. Hofer wartet zuletzt im Gefangenenhaus des Wiener Landesgerichts auf seine Hinrichtung.

Mit dem Herannahen der sowjetischen Truppen treiben die nationalsozialistischen Behörden am 5. April 1945 um 19:30 Uhr 46 zum Tode verurteilte Häftlinge aus dem Landesgericht in Wien zu Fuß in Richtung Stein an der Donau. Zu ihnen gehört Andreas Hofer. Der Weg führt über Strebersdorf, Stockerau, Großweikersdorf, Ziersdorf, Maissau und Schönberg am Kamp. Zwei Gefangenen gelingt unterwegs die Flucht. Die übrigen 44 erreichen am Abend des 9. April das Zuchthaus Stein und werden paarweise in Einzelzellen eingesperrt.

Am 15. April 1945 werden die aus Wien verschleppten Gefangenen jeweils zu zweit in den Gefängnishof geführt und von SS-Angehörigen und Justizwachebeamten erschossen. Unter ihnen ist Andreas Hofer. Er ist 29 Jahre alt. Die Leichen werden im Wäschehof des Zuchthauses verscharrt.

Nach den Exhumierungen der Massengräber im Zuchthaus, die am 9. Jänner 1950 beginnen, werden Opfer der Erschießungen auf dem Friedhof Stein bestattet.

Places

Residence:

 

Honoring:

 
Gedenktafel

Citations

Diözese Innsbruck: gedenken.versöhnen.ermutigen. Zeugnisse des NS-Widerstands in Tirol (Innsbruck)

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Matricula Online

Sabitzer, Werner: Gedenkstätten für Exekutivbedienstete (30). Gedenken an die Opfer der Nazis. In: Öffentliche Sicherheit 5–6/2025, Bundesministerium für Inneres; Abschnitte Andreas Hofer und Gedenktafel. Beleg für letzte Wohnadresse, Festnahme am 28. Februar 1944 und Wiener Erinnerungszeichen unter https://www.bmi.gv.at/magazin/2025_05_06/18_gedenkstaetten_fuer_exekutivbedienstete.html

Exenberger, Herbert (2011): Vergessene Opfer des NS-Regimes. Gedächtnisorte ohne Erinnerung. In: Heinz Arnberger / Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.): Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand, Verfolgung, Exil und Befreiung. (Wien)

Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Hofer_(Widerstandskämpfer)

Andreas Hofer

Polizeibeamter
* August 24, 1915
Innsbruck
† April 15, 1945
Stein an der Donau
Detention, Murdered