Josef Zotz

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Josef Zotz
Image: Diözese Innsbruck

Personalia

Born:

January 9, 1902, Brandstatt in Musau

Died:

July 7, 1941, Weißensee bei Füssen

Profession:

Priester

Curriculum Vitae

Josef Zotz kommt in Brandstatt in der Tiroler Gemeinde Musau als ehelicher Sohn des Bauern Sebastian Zotz und seiner Gattin Maria Clara, geborene Wörle, zur Welt. Nach der Volksschule besucht er das Gymnasium Feldkirch, wo er 1920 maturiert.

Nach seiner Matrura tritt Josef Zotz in das Priesterseminar ein und wird am 29. Juni 1926 zum Priester geweiht. Im Anschluss ist er zuerst Kooperator (Kaplan) in der Pfarre Ehrwald und danach in der der Pfarre Längenfeld. Er lehnt den Nationalsozialismus aus tiefster innerer Überzeugung ab.

Als Kooperator von Ehrwald erlebt Josef Zotz, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht das freie und unabhängige Österreich untergeht. . Nach dem Tod des Landecker Stadtpfarrers Josef Penz am 5. Jänner 1939 übernimmt er als Pfarrprovisor die Leitung der Pfarre. In Predigten und Gesprächen wendet er sich gegen Antisemitismus, die nationalsozialistische Rassenideologie und die Kriegspropaganda. Er ist laufend Schikanen der Gestapo und Misshandlungen durch SA-Angehörige und örtliche Nationalsozialisten ausgesetzt. Dies kann seine Überzeugung, gegen den Nationalsozialismus Position zu beziehen nicht brechen.

1940 unterstützt Josef Zotz den aus Linz stammenden Wehrmachtsdeserteur Adolf Bodingbauer, der in die Schweiz zu fliehen versucht. Er versorgt den hungernden Mann mit Essen und einer Reichsmark. Auch Pater Agathangelus Karg, der Guardian des Kapuzinerklosters Perjen, hilft dem Flüchtigen.

Am 3. Juli 1940 wird Josef Zotz von der Gestapo verhaftet. Das Sondergericht Innsbruck verurteilt ihn wegen 'Begünstigung eines Deserteurs' zu drei Monaten Kerker. Die gerichtliche Strafe beendet seine Verfolgung jedoch nicht: Nach ihrer Verbüßung hält ihn die Gestapo weiter fest. Auch in der Haft feiert er trotz Verbots Gottesdienste mit Mithäftlingen, zu denen zeitweise der spätere Innsbrucker Bischof Reinhold Stecher zählt. Erst am 17. Juni 1941 kommt Josef Zotz wieder frei. Anschließend erhält er ein Gauverbot in den Alpen- und Donau-Reichsgauen; er muss seine Heimat verlassen und reist in den Allgäu.

Am 7. Juli 1941 wird Josef Zotz im Weißensee bei Füssen tot aufgefunden. Sein Leichnam weist eine Kopfverletzung auf. Eine gerichtliche Klärung der Umstände unterbleibt; die Nationalsozialisten haben kein Interesse an einer Aufklärung. Ob der 39-jährige Priester verunglückt oder Opfer einer Gewalttat wird, bleibt ungeklärt - eine Gewalttat ist aber sehr wahrscheinlich.

Josef Zotz findet seine letzte Ruhestätte in Unterpinswang.

Places

Place of activity:

 

Citations

Diözese Innsbruck: gedenken.versöhnen.ermutigen. Zeugnisse des NS-Widerstands in Tirol (Innsbruck)

Matricula Online

Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Josef_Zotz

Kramer, Johannes/Pirker, Peter (2020): Die „Alpensöhne“ im Zweiten Weltkrieg. In: Egger, Matthias: „…aber mir steckt der Schreck noch in den Knochen.“ Innsbruck zwischen Diktatur, Krieg und Befreiung 1933–1950 (Innsbruck). S. 139–172

Kirchenzeitung der Diözese Linz: „Sie sind für ihren Glauben gestorben“ vom 18. April 2000, Ausgabe 2000/16

Josef Zotz

Priester
* January 9, 1902
Brandstatt in Musau
† July 7, 1941
Weißensee bei Füssen
Gau ban, Detention, Murdered