Univ.-Prof. Dr. Anton Emil Musger

Photo by Anton Musger
Anton Musger
Image: Josephinum Wien

Personalia

Born:

March 29, 1898, Grieskrichen

Died:

August 12, 1983, Lienz

Profession:

University professor

Persecution:

Tätigkeitsverbot 23.07.1940

Memberships

K.a.V. Norica Vienna, K.Ö.H.V. Carolina Graz, Catholic Action

Curriculum Vitae

Anton Emil Musger kommt in Grieskirchen in Oberösterreich als ehelicher Sohn des Arztes Anton Musger und seiner Gattin Michaela, geborene Krasser, zur Welt. Sein Vater ist Mitglied der Studentenverbindung Carolina Graz. Die Brüder seiner Mutter sind Mitglied der Studentenverbindung Norica Wien. Sein Vater praktiziert in Wien, wo Anton Musger die Volksschule, im Anschluss das Staatsgymnasium in Wien-Hietzing besucht und am 1. Februar 1917 die Reifeprüfung ablegt. Bereits im Jahr davor, am 11. Mai 1916, war er als Teil des Schweren Artillerieregiments Nr. 3 in den Ersten Weltkrieg eingetreten, an dem er bis Kriegsende bzw. November 1918 teilnimmt. Zuletzt hat er den Dienstgrad eines Leutnants in der Reserve inne.

Nach der Niederlage Österreich-Ungarns, der Zerschlagung der Doppelmonarchie und der Vertreibung des Hauses Habsburg widmet er sich dem Medizinstudium an der Universität Wien und tritt in seiner Studienzeit als Demonstrator in das II. Anatomische Institut in Wien ein. 1918 wird er Mitglied der Studentenverbindung Norica Wien.

Anton Musger promoviert im Dezember 1925 und fungiert danach als Hospitant am Pathologisch-anatomischen Institut in Wien, ab 1926 als Hilfsarzt und ab 1927 als außerordentlicher Assistent. In weiterer Folge wechselt er 1928 als Hilfsarzt (Operateur) an die I. Chirurgische Universitätsklinik, um im Oktober 1929 als Assistent an der Klinik für Dermatologie und Syphilidologie seinen Dienst anzutreten. 1935 erlangt er unter Leopold Arzt schließlich die venia legendi und beginnt im August 1936 als Vertragsarzt bzw. Leiter des Ambulatoriums im Kaiserin-Elisabeth-Spital.

Am 12. März 1938 erlebt der gläubige Katholik und patriotische Österreicher den Untergang des freien und unabhängigen Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht. Vorerst hat die Besetzung Österreichs durch das nationalsozialistische Deutsche Reich noch keine Konsequenzen für ihn der weiterhin seinen Tätigkeiten an der Universität, am Spital sowie in seiner Privatpraxis nachgehen kann. Durch die neue Reichshabilitationsordnung hat er gleichwohl einen Antrag auf Ernennung zum Dozenten neuer Ordnung einzubringen, wobei es sich hierbei de facto um eine zweite 'Säuberungswelle' handelt. Gegen die Ernennung sprechen von Seiten der Nationalsozialisten nun einige Fakten: Anton Musger ist Mitglied der Studentenverbindung Norica, dem Akademischen Verein 'Logos', der Christlich-Deutschen Turnerschaft 'Friesen' wie auch der Christlich-Deutschen Ärzteschaft. Der Reichskommissar bezeichnet ihn denn auch als 'ein[en] ausgesprochene[n] Gefolgsmann der Systemregierung', wenngleich er 'politisch nicht besonders hervorgetreten' ist. Zum Nachteil gerät ihm auch die Tätigkeit als Assistenzarzt von Leopold Arzt, die ihm "seinerzeit seine Stelle als Primararzt im Kaiserin Elesabeth-Spital [sic!] unter Umgehung fachlich mindest gleichwertiger Kollegen" eingebracht habe. Der NSD-Dozentenbund wertet ihn denn auch als 'weltanschaulich nicht geeignet', woraufhin das Reichserziehungsministerium (REM) im Juli 1940 erwartungsgemäß ablehnt.

Zu diesem Zeitpunkt ist Anton Musger bereits ein knappes Jahr bei der Wehrmacht, nachdem er am 26. August 1939 einberufen worden ist. Als leitender Arzt des Standortlazaretts Wien ist er ab Mai 1940 mit dem Heer 'im Osten' [vermutlich Polen, Anm.], wobei just am Tag nach dem Entzug der Dozentur seine Ernennung zum Stabsarzt erfolgte. Er ist in der Folge als Militär- und Chefarzt für zwei Jahre in Russland, vorübergehend in Paris tätig und wird 1943 als Oberstabsarzt zum Leiter des Heereslazaretts Neulengbach in Niederösterreich berufen. An der bayrischen Grenze kommt er schließlich im Mai 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Dort erlebt er die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945.

Anton Musger kann erst am 26. August 1945 nach Wien zurückkehren.

Am 2. September 1945 übernimmt er wieder die Leitung des Ambulatoriums für Haut- und Geschlechtskranke im Kaiserin-Elisabeth-Spital in Wien, die er – wenn auch nur formell – auch während seines Einsatzes im Krieg innegehabt hat. Die Funktion am Spital übt er noch bis Ende 1946 aus. Indes stimmt das Staatsamt für Volksaufklärung auch seiner Wiederzulassung an der Universität Wien per 10. September 1945 zu. Nach der Ernennung zum tit. ao. Prof. im November 1945 übernimmt er mit Wirksamkeit vom 1. Mai 1946 die Supplierung der Grazer Universitäts-Hautklinik und wird im Dezember 1946 zum o. Prof. für Dermatologie und Syphilidologie an der Universität Graz ernannt. Im Übrigen sorgt er sich neben seinen eigenen Kindern – eines verstirbt 1951 – auch um den Sohn seines gefallenen Schwagers.

In Graz macht sich Anton Musger v. a. um die räumliche und technische Ausgestaltung der Universitätsklinik für Dermatologie verdient: So ist ihm u.a. die Neueinrichtung und -schaffung von Laboratorien, die Anlage einer Diapositiv-Sammlung für Demonstrationszwecke und die Errichtung einer Bäderstation zuzuschreiben. 1949/50 hat er das Amt des Rektors inne und fungiert in den Studienjahren 1947/48, 1962/63 und 1963/64 als Dekan der Medizinischen Fakultät.

Anton Musger engagiert sich nach 1946 beim Aufbau der Katholischen Aktion (KA) in der Steiermark, deren Präsident er als Nachfolger von Hanns Koren ab 1953 auch einige Jahre ist. 1955 wird er Ehrenmitglied der Studentenverbindung Carolina Graz. Dadurch gerät er in den Konflikt zwischen Katholischer Aktion (KA) und dem Österreichischen Cartellverband (ÖCV) in der Diözese Graz-Seckau, der dort besonders ausgeprägt ist. Er baut auch die Gemeinschaft katholischer Ärzte in der Steiermark auf.

Anton Musger emeritiert nach Absolvierung des Ehrenjahres per 30. September 1969. Er verstirbt mit 85 Jahren und findet seine letzte Ruhestätte am St. Peter-Stadtfriedhof in Graz.

Places

Residence:

Citations

Universität Wien - Gedenkbuch für die Opfer den Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938

Biolex des ÖCV

Josephinum der Medizinischen Universität

Matricula Online

www.myheritage.com

Anton Musger

University professor
* March 29, 1898
Grieskrichen
† August 12, 1983
Lienz
Activity ban